Zweite Festivalstation in Aydın: Tourismusminister Ersoy hebt wirtschaftliche und kulturelle Impulse hervor

05.05.2026 – 6:30 Uhr

Das türkische Kultur- und Tourismusministerium hat die zweite Station des diesjährigen „Türkiye Kültür Yolu Festivali” in der westtürkischen Provinz Aydın eröffnet. Bei der Auftaktveranstaltung erklärte Kulturminister Mehmet Nuri Ersoy, das Festival habe sich durch seine enorme Programmvielfalt zu einer internationalen Marke entwickelt. Mittlerweile erstreckt es sich auf 26 Städte im ganzen Land.

Die Veranstaltungsreihe war im April in Şanlıurfa gestartet. In Aydın werden vom 2. bis zum 10. Mai an zehn verschiedenen Standorten insgesamt 177 Einzelveranstaltungen unter 43 Themenüberschriften angeboten. Das Spektrum reicht von Konzerten, Ausstellungen und Theateraufführungen über gastronomische Angebote bis hin zu Kinderworkshops und Filmvorführungen.

Minister Ersoy bezeichnete Aydın als idealen Schauplatz, da die Region mit ihren historischen Stätten und antiken Städten einem Freilichtmuseum gleiche. Das Festival begann 2021 als „Beyoğlu Kültür Yolu” in Istanbul und wächst seitdem kontinuierlich. Neben Aydın sind in diesem Jahr unter anderem Mersin, Eskişehir, Sakarya, Ordu und Kahramanmaraş Teil des nach eigenen Angaben weltweit größten und längsten Kultur- und Kunstfestivals.

Die Hauptbühne ist im Tekstil Park aufgebaut. Dort werden bekannte türkische Popgrößen wie Ferhat Göçer, Demet Akalın, Hande Ünsal oder Madrigal auftreten. Im Park ist ebenfalls ein Kinderdorf mit eigenen Aktivitäten angesiedelt. Ein kuratorischer Schwerpunkt liegt auf der Ausstellung „Heilige Reliquien der Osmanen“, die sakrale Objekte und die traditionsbewusste Haltung des Osmanischen Reiches präsentiert.

Der Minister betonte, dass das Festival nicht allein kulturellen Zwecken diene. Vielmehr setze es gezielt Impulse für den Binnentourismus, belebe das lokale Gastgewerbe und bringe erhebliche Zusatzeinnahmen für Hotels, Restaurants und örtliche Betriebe. Das Argument, Kunst und Kultur seien ein elitäres Privileg, werde durch den niedrigschwelligen Charakter der Veranstaltungen widerlegt.

Im Rahmen der Eröffnung wurde zudem das sanierte Atilla-Koç-Kulturzentrum eingeweiht. Das nach dem früheren Kulturminister Atilla Koç benannte Kulturzentrum verfügt über einen großen Theatersaal mit 464 Plätzen und einen kleineren Saal für 200 Besucher. Der große Saal wurde nach dem in der Region verehrten Arzt und Dramatiker Dr. Hidayet Sayın benannt. Die Arbeiten zur baulichen Ertüchtigung hatten im Januar begonnen und waren rechtzeitig zum Festival abgeschlossen worden.

Aydıns Gouverneur Yakup Canbolat würdigte die Provinz als Trägerin einer jahrtausendealten Zivilisation und bezeichnete das Festival als kulturellen Austausch zwischen historischem Erbe und moderner Technologie. Der anwesende Namensgeber und ehemalige Minister Atilla Koç bedankte sich bei Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan für die langjährige Förderung des Projekts.

Die neun Tage dauernde Veranstaltung soll Einheimischen wie Gästen gleichermaßen antike Routen – von Tralleis bis Nysa – sowie die regionale ägäische Küche näherbringen.