In ihrer jüngsten Umfrage zu den Inflationserwartungen verzeichnet die türkische Zentralbank gegensätzliche Trends. Während die Erwartungen von Finanzmarktteilnehmern und der realen Wirtschaft für die kommenden zwölf Monate gesenkt wurden, stiegen die Prognosen der privaten Haushalte deutlich an. Dies geht aus dem Sektoralen Inflationserwartungs-Survey für Januar hervor, der am 26. Januar veröffentlicht wurde.
Konkret sanken die Erwartungen der Marktteilnehmer im Vergleich zum Vormonat um 1,15 Prozentpunkte auf 22,20 Prozent, während die Erwartungen der privaten Haushalte um 3,2 Prozentpunkte auf 32,90 Prozent stiegen. In der realen Wirtschaft fielen sie um 1,9 Punkte auf 32,9 Prozent. Die Haushalte hingegen rechnen mit einer jährlichen Inflation von 52,08 Prozent, was einem Plus von 1,18 Punkten entspricht. Allerdings stieg auch der Anteil der Haushalte, die einen Rückgang der Inflation in den nächsten zwölf Monaten erwarten, um 1,64 Punkte auf 26,17 Prozent.
Diese Entwicklung findet vor dem Hintergrund einer aktuell entspannteren Preisdynamik statt. Der Verbraucherpreisindex (CPI) sank im Dezember 2025 auf 30,89 Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit 49 Monaten. In ihrer jüngsten Zinsentscheidung vom 22. Januar wies die Notenbank jedoch darauf hin, dass frühe Indikatoren auf eine Verfestigung der monatlichen Verbraucherinflation im Januar hindeuten, die hauptsächlich durch die Nahrungsmittelpreise getrieben wird. Der zugrundeliegende Inflationstrend bleibe aber begrenzt. Die Nachfragebedingungen im letzten Quartal unterstützten weiterhin den Disinflationsprozess, wenn auch in moderaterem Tempo.
Trotz der Fortschritte betonte die Bank, dass die Inflationserwartungen und das Preisverhalten nach wie vor Risiken für die Eindämmung der Teuerung bergen. Dennoch setzte das geldpolitische Komitee (MPC) am 22. Januar die Lockerungspolitik fort. Es senkte den einwöchigen Repo-Hauptrefinanzierungssatz von 38 auf 37 Prozent. Zugleich reduzierte die Bank den Lombardsatz (Overnight Lending Rate) von 41 auf 40 Prozent sowie den Borgerleichterungssatz (Overnight Borrowing Rate) von 36,5 auf 35,5 Prozent.