Die IFC, die private Finanzierungsabteilung der Weltbankgruppe, steigt gemeinsam mit der französischen Entwicklungsbank Proparco beim türkischen Stromversorger Uludağ Enerji ein. Dies gab die IFC am Mittwoch bekannt. Mit der Finanzspritze soll ein Netz umfassend modernisiert werden, das zunehmend unter der Last von Extremwetter und industrieller Höchstleistung ächzt.
Uludağ Enerji beliefert rund sechs Prozent aller türkischen Stromkunden im Nordwesten des Landes und steht mehrheitlich im Besitz des globalen Infrastruktur-Investors Actis. Mit dem frischen Kapital soll das Stromnetz in einer der wichtigsten Industrieschmieden des Landes wetterfest gemacht werden. In der Erklärung des Konzerns heißt es, die Infrastruktur müsse gegen Risiken wie extreme Hitzewellen und verheerende Waldbrände gewappnet werden. Solche Ereignisse hatten die Leitungen in der jüngeren Vergangenheit wiederholt an ihre Grenzen gebracht.
Die betroffene Region umfasst mit den Provinzen Bursa, Balıkesir, Çanakkale und Yalova ein wirtschaftliches Herzstück des Landes. Hier befinden sich Automobilzulieferer, Textilproduzenten, Logistikdrehkreuze und ein großer Teil der türkischen Agrarindustrie. Die IFC betont, dass eine stabilere Stromversorgung kein Komfort-, sondern ein reiner Produktivitätsfaktor ist. Ohne verlässliche Kühlketten und störungsfreie Maschinenlaufzeiten droht der Exportmotor zu stottern.
Das Engagement der Weltbank-Gruppe erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem die Energieinfrastruktur des Landes als Achillesferse gilt. Durch den Einstieg der Entwicklungsbanken soll das Stromnetz nicht nur ausgebaut, sondern auch digitalisiert und widerstandsfähiger gegen klimabedingte Lastspitzen gemacht werden. In der Mitteilung wurde der genaue Investitionsbetrag zunächst nicht beziffert, jedoch signalisiert die Beteiligung öffentlicher Entwicklungsbanken eine strategisch langfristige Dimension des Deals.