Die Weltbank hat ihre Wachstumsprognose für die türkische Wirtschaft nach oben korrigiert. In ihrem aktuellen Europäisch-Zentralasiatischen Wirtschaftsbericht erwartet die Institution für das Jahr 2025 nun ein Wachstum von 3,5 Prozent, nachdem zuvor 3,1 Prozent prognostiziert wurden. Für die Jahre 2026 und 2027 werden Anstiege von 3,7 bzw. 4,4 Prozent prognostiziert (zuvor: 3,6 bzw. 4,2 Prozent).
Trotz globaler Unsicherheiten und regionaler Spannungen bescheinigt die Weltbank der Türkei damit eine robuste wirtschaftliche Entwicklung. Grundlage der aktuellen Anpassung sind eine stabile Binnennachfrage, anziehende Exporte und moderate Investitionstätigkeit.
Insgesamt zeigt der Bericht, dass die Länder Europas und Zentralasiens zwar mit einer Abschwächung des Wachstums auf 2,4 Prozent rechnen müssen – nach 3,7 Prozent im Vorjahr –, die Region aber weiterhin Widerstandskraft gegenüber globalen Herausforderungen beweist.
Im Rahmen der turnusmäßigen Wirtschaftsaktualisierung wurden auch andere Weltregionen bewertet. Für Ost- und Südostasien erwartet die Weltbank weiterhin überdurchschnittliche Zuwächse. Die Wirtschaft dieser Region soll 2025 um 4,8 Prozent wachsen, angeführt von Vietnam (6,6 %), der Mongolei (5,9 %) und den Philippinen (5,3 %). Für China werden ein Wachstum von 4,8 Prozent in diesem und 4,2 Prozent im kommenden Jahr prognostiziert.
In Südasien soll sich das hohe Wachstumstempo hingegen von 6,6 Prozent in diesem Jahr auf 5,8 Prozent im Jahr 2026 verlangsamen, was auf eine globale Konjunkturabkühlung, handelspolitische Unsicherheiten sowie strukturelle Herausforderungen auf den Arbeitsmärkten zurückzuführen ist.
Für Lateinamerika und die Karibik rechnet die Weltbank mit einem schwachen Zuwachs von lediglich 2,3 Prozent im Jahr 2025, da hohe Inflation, steigende Schulden und schwache Investitionen das Wachstum bremsen würden.
Laut Bericht bleibt die wirtschaftliche Dynamik in Subsahara-Afrika trotz globaler Unsicherheiten stabil. Nach einem Wachstum von 3,5 Prozent im Jahr 2024 könnte die Region im Jahr 2025 auf 3,8 Prozent zulegen. Dies ist ein Zeichen für sinkende Inflationsraten und steigende Investitionen.
Auch im Nahen Osten und Nordafrika hellt sich die Lage auf. Hier wird für 2025 ein Wachstum von 2,8 Prozent erwartet, für 2026 sogar von 3,3 Prozent. Laut Weltbank bestehen jedoch weiterhin Risiken durch politische Instabilität, Handelshemmnisse und geopolitische Konflikte.
Der Bericht äußert sich schließlich auch zur syrischen Wirtschaft, die nach einer Schrumpfung von 1,5 Prozent im Jahr 2024 erstmals seit 2022 wieder um ein Prozent wachsen soll. Als Gründe werden eine bessere Stromversorgung, zunehmende Rückkehrer und eine leicht steigende internationale Interaktion genannt, wenngleich Sanktionen und strukturelle Probleme weiter anhalten.
Mit der angehobenen Prognose signalisiert die Weltbank vorsichtigen Optimismus für die türkische Wirtschaft, obwohl hohe Inflation, Währungsdruck und globale Unsicherheiten bestehen.