Weltbank bewilligt Milliardenkredit für neue Bosporus-Bahn – Mega-Projekt verbindet zwei Kontinente

03.04.2026 – 18:00 Uhr

Die Weltbank finanziert ein gewaltiges Schienenprojekt in der Türkei: Für 1,67 Milliarden Euro soll eine neue Bahnverbindung über die dritte Bosporus-Brücke entstehen, die Europa und Asien auf der Schiene enger zusammenrücken lässt.

Die geplante Eisenbahnlinie soll von Gebze über den Flughafen Sabiha Gökçen, die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke und den Istanbuler Flughafen bis nach Halkalı führen. Die 2016 eröffnete Brücke wurde bereits als Hybridbauwerk für Autos und Hochgeschwindigkeitszüge ausgelegt.

Die Finanzspritze der Weltbank ist nur ein Teil eines deutlich größeren Finanzierungspakets. Mit weiteren Mitteln internationaler Geber soll das Gesamtvolumen der externen Unterstützung bei etwa 6,75 Milliarden US-Dollar liegen.

Durch den alternativen Schienenweg über den Bosporus erhofft sie sich eine Stärkung ihrer Wettbewerbsfähigkeit auf nationalen und transkontinentalen Transportkorridoren sowie einen weiteren Schub für Istanbuls Rolle als globaler Drehkreuzstandort.

Finanzminister Mehmet Şimşek zeigte sich zuversichtlich: Mit dem aktuellen Kredit habe die Türkei im Jahr 2026 bereits rund drei Milliarden Euro an externer Finanzierung gesichert. „Nachhaltiges Wachstum und sozialer Wohlstand stehen im Zentrum unseres Wirtschaftsprogramms”, so Şimşek.

Langfristig setzt Ankara auf eine Vertiefung der Zusammenarbeit mit der Weltbank. Im Rahmen der Länderpartnerschaft 2024–2028 sollen zusätzlich 18 Milliarden US-Dollar fließen, wodurch sich das Gesamtvolumen auf bis zu 35 Milliarden US-Dollar erhöhen könnte. Zum Vergleich: Die beiden älteren Bosporus-Brücken, die 15-Temmuz-Şehitler-Brücke (1973) und die Fatih-Sultan-Mehmet-Brücke (1988), bieten keine Schienenverbindung.