Wachstumsprognose für Türkei: Weltbank erwartet deutliche Abkühlung

14.10.2026 – 6:30 Uhr

Wie aus dem jüngsten Bericht „Europe and Central Asia Economic Update“ der Weltbank hervorgeht, wird das Wachstum der Türkei im Jahr 2026 voraussichtlich auf 2,8 Prozent zurückgehen, nachdem es 2025 bei 3,7 Prozent lag. Für die Jahre 2027 und 2028 erwartet die Bank jedoch wieder eine Beschleunigung auf 3,8 bzw. 4,5 Prozent.

Restriktive Politik dämpft Binnennachfrage

Laut der Weltbank haben restriktive wirtschaftspolitische Maßnahmen die Binnennachfrage geschwächt und zugleich dazu beigetragen, den Inflationsdruck zu dämpfen. Belastend auf den privaten Konsum wirkten zudem eine straffe Kreditvergabe, ein schwächeres reales Lohnwachstum sowie deutlich höhere Dieselpreise.

Das Exportwachstum blieb angesichts geopolitischer Unsicherheiten, einer schwachen Nachfrage aus der EU und eines verschärften Wettbewerbs laut Bericht volatil. Unterstützend wirkte allerdings die Umlenkung von Handelsströmen bestimmter Produkte in die Türkei, was teilweise eine Folge höherer Logistikkosten und von Störungen in anderen Regionen war.

Auch gesamte Region wächst langsamer

Für die Region Europa und Zentralasien insgesamt erwartet die Weltbank in diesem Jahr eine Verlangsamung des Wirtschaftswachstums auf 2,2 Prozent. Als Gründe nennt die Bank höhere Energiepreise, eine gestiegene globale Unsicherheit sowie ein schwächeres Wachstum bei den Handelspartnern. Im Jahr 2025 hatte das Wachstum in der Region noch bei 2,6 Prozent gelegen.