Volkswagen prüft offenbar erneut Produktion in der Türkei – kommt jetzt der große Neustart?

02.11.2026 – 16:00 Uhr

Der deutsche Automobilhersteller Volkswagen hat die Möglichkeit einer Pkw-Produktion in der Türkei erneut auf die Agenda gesetzt. Gemeinsam mit seinem langjährigen Partner Doğuş Otomotiv unterzeichnete das Unternehmen eine Absichtserklärung zur Prüfung von Produktionsoptionen. Nach Angaben der Beteiligten befinden sich die Gespräche allerdings noch in einer frühen Phase. Ein konkreter Investitionsbeschluss liegt bislang nicht vor.

Doğuş Otomotiv ist seit mehr als 30 Jahren für den Import und Vertrieb von Volkswagen-Fahrzeugen in der Türkei verantwortlich und hat zuletzt auch den Vertrieb und den Kundendienst für Volkswagen Pkw im Irak, in Aserbaidschan und in Syrien übernommen.

Teilmontage aus Nicht-EU-Werken im Gespräch

Gegenüber der Fachzeitschrift „Automobil-Produktion” bestätigte Volkswagen, dass gemeinsam geprüft werde, ob teilmontierte Fahrzeuge aus Produktionsstätten außerhalb Europas in die Türkei geliefert werden könnten. Laut einem Bericht der Zeitschrift „Automobilwoche” gehört dazu auch die Möglichkeit, bestimmte in China entwickelte Volkswagen-Modelle in der Türkei im CKD-Verfahren (Completely Knocked Down) zu montieren. Dabei werden die Fahrzeuge in China als zerlegte Bausätze vorbereitet, in die Türkei verschifft und dort zusammengesetzt.

Als mögliche Modelle gelten der im Rahmen des Joint Ventures mit FAW in China gefertigte Magotan, verschiedene Jetta-Modelle sowie Audi-Fahrzeuge. Welche Modelle tatsächlich in die Produktion oder Montage aufgenommen werden, ist jedoch noch nicht bekannt.

Investitionssumme, Kapazität und Standort weiter unklar

Die Arbeiten beider Seiten befinden sich derzeit in einer Vorprüfungsphase. Daher wurden noch keine Angaben zur Höhe der Investition, zur Produktionskapazität, zum Zeitplan oder zum Standort eines möglichen Werks gemacht. Volkswagen bestätigte lediglich, dass man gemeinsam mit Doğuş Otomotiv bewertet, ob teilmontierte Fahrzeuge aus Nicht-EU-Werken in die Türkei gebracht und für den türkischen Markt fertiggestellt werden könnten.

Manisa-Projekt 2020 gestoppt

Bereits 2019 hatte Volkswagen in Manisa eine Fabrik mit einer Investition von rund 1,3 Milliarden Euro geplant. Die jährliche Produktionskapazität sollte bis zu 300.000 Fahrzeuge erreichen. Im Jahr 2020 stoppte das Unternehmen das Projekt jedoch wegen der Corona-Pandemie und veränderter wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. Stattdessen investierte Volkswagen rund 500 Millionen Euro zusätzlich in seine Standorte in der Slowakei.