Die türkische Statistikbehörde TÜİK wird am Donnerstag die mit Spannung erwarteten Inflationsdaten für den Monat März veröffentlichen. Ökonomen prognostizieren einen Anstieg der Verbraucherpreise im Vergleich zum Vormonat um 2,0 bis 2,5 Prozent. Sollten sich diese Schätzungen bestätigen, würde die kumulierte Teuerung für das erste Quartal auf nahezu zehn Prozent steigen.
Die aktuellen Daten setzen die Geldpolitik der Zentralbank unter Druck. Nach einem monatlichen Preisanstieg von 2,96 Prozent im Februar und einer Jahresrate von 31,53 Prozent zeichnet sich ab, dass das offizielle Jahresendziel der Währungshüter von 19 Prozent zunehmend außer Reichweite gerät. Der Ökonom Zeynel Balcı wies darauf hin, dass in- und ausländische Finanzkreise ihre Erwartungen bereits auf eine Spanne zwischen 25 und 28 Prozent korrigiert hätten. Als zusätzlichen Risikofaktor nannte Balcı die steigenden Ölpreise, die bereits jetzt negative Auswirkungen auf Branchen wie die Lebensmittelwirtschaft haben.
Im Fokus steht nach der Veröffentlichung der März-Zahlen der turnusmäßige Zinsentscheid der Zentralbank vom 22. April. Marktteilnehmer erwarten, dass das Institut angesichts der durch den Konflikt im Iran verursachten Unsicherheiten und der damit verbundenen inflationären Risiken von einer Zinsanpassung absehen wird.
Bereits im Vorfeld der Inflationsdaten werden im Laufe der Woche weitere Konjunkturindikatoren veröffentlicht. Dazu gehören am Montag der Wirtschaftsvertrauensindikator für März und am Dienstag die Außenhandelsstatistik sowie die Arbeitsmarktdaten für Februar.