In diesem Februar gibt es gleich zwei besondere Anlässe, die den Online-Handel in der Türkei befeuern: Der Valentinstag fällt erstmals mit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan zusammen. Die Branche rechnet mit einem Umsatzsprung auf über 400 Milliarden Lira (rund 9,2 Milliarden US-Dollar). Das gab der Verband der E-Commerce-Betreiber (ETİD) bekannt.
Der Februar markiere die erste große Verkaufsperiode des Jahres, sagte ETİD-Vorsitzender Hakan Çevikoğlu. Bereits Ende Januar gestartete Kampagnen hätten die Transaktionszahlen und Kundenzugriffe spürbar steigen lassen. Besonders gefragt sind Produkte aus den Segmenten Bekleidung, Kosmetik, Elektronik, Schmuck und Wohnaccessoires.
Durch das zeitliche Zusammentreffen beider Ereignisse erwartet Çevikoğlu einen zusätzlichen Nachfrageschub. Allein bei Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs, die im Ramadan traditionell stärker nachgefragt werden, seien Zuwächse von 50 bis 60 Prozent möglich. Der Februar gibt somit nicht nur kurzfristige Impulse, sondern gilt auch als wichtiger Gradmesser für das Gesamtjahr.
Auffällig ist ein Wandel im Schenkverhalten. Klassiker wie Blumen und Pralinen bleiben zwar gefragt, zugleich gewinnen personalisierte und erlebnisorientierte Geschenke an Bedeutung. Dazu zählen etwa Reisen, Konzertkarten oder Hotelbuchungen. Auch sogenannte „sozial verantwortliche” Präsente wie Spenden, Baumpatenschaften oder Bildungshilfen verzeichnen eine steigende Nachfrage.
Die durchschnittliche Warenkorbgröße wird sich im Februar voraussichtlich auf 3.000 bis 5.000 Lira belaufen. Dies zeigt die Bereitschaft der Konsumenten, zu besonderen Anlässen tiefer in die Tasche zu greifen.
Das Gesamtvolumen des türkischen E-Commerce wird für das Jahr 2025 inzwischen auf mehr als 5 Billionen Lira geschätzt – ein Beleg für das rapide Wachstum der Branche und ihre zunehmende Bedeutung im Alltag der Verbraucher.