USA verhängen 12,5-prozentigen Zusatzzoll auf türkische Textilimporte

30.07.2026 – 7:00 Uhr

Die US-Regierung verschärft den Handelsdruck auf die türkische Bekleidungsindustrie erheblich. Wie das Büro des US-Handelsbeauftragten (USTR) mitteilte, wird auf Importe aus der Türkei künftig ein pauschaler Zusatzzoll in Höhe von 12,5 Prozent erhoben. Diese Maßnahme ist Teil eines umfassenden Sanktionspakets gegen 60 Handelspartner und basiert auf Ermittlungen zu Zwangsarbeit im Produktionsprozess.

Für die exportorientierte Textil- und Konfektionsbranche der Türkei bedeutet dieser Schritt einen herben Rückschlag. Ein im Juni bekannt gewordener Entscheidungsentwurf hatte noch Hoffnungen genährt, Ankara könne in ein System von Zollkontingenten einbezogen werden. Diese Spekulationen haben sich nun zerschlagen.

Die finale Regelung sieht vor, dass ausschließlich Bangladesch, Kambodscha, Indonesien und Malaysia von Ausnahmen profitieren. Für diese vier Länder gelten künftig festgelegte Einfuhrmengen, innerhalb derer die Strafzölle gemäß Section 301 des Trade Act von 1974 nicht fällig werden. Die Türkei wurde von diesem Mechanismus hingegen ausdrücklich ausgenommen.

Somit werden türkische Hersteller, die den US-Markt beliefern, ab sofort unmittelbar mit dem vollen Zollsatz von 12,5 Prozent belastet. Beobachter warnen vor einer Schwächung der preislichen Wettbewerbsfähigkeit, da die begünstigten asiatischen Konkurrenten nun einen deutlichen Kostenvorteil genießen werden.

Obwohl der Beschluss formal in Kraft getreten ist, herrscht in der Branche noch Unsicherheit über die konkrete Umsetzung. Entscheidende technische Details stehen noch aus. Vertreter der Industrie warten eigenen Angaben zufolge nun dringend auf die Veröffentlichung der Durchführungsbestimmungen im US-Bundesregister. Erst daraus wird hervorgehen, für welche spezifischen Warenkategorien möglicherweise Ausnahmen beantragt werden können und wie die Quoten für die Konkurrenzländer exakt bemessen sind.