In Zeiten globaler wirtschaftlicher Unsicherheit ist Gold für Notenbanken die ultimative Rückversicherung. Eine aktuelle Analyse der weltweiten Goldreserven zeigt, dass die Vereinigten Staaten ihre Spitzenposition mit deutlichem Abstand verteidigen. Die Türkei hat derweil den Einzug in die Riege der zehn größten Goldhüter geschafft.
Laut den jüngsten Daten, die die Bestände der Zentralbanken und Währungsbehörden abbilden, lagern in den Tresoren der US-Notenbank Federal Reserve 8.133 Tonnen des gelben Edelmetalls. Damit hält die größte Volkswirtschaft der Welt mehr als doppelt so viel Gold wie der Zweitplatzierte, Deutschland, das mit 3.350 Tonnen den zweiten Platz belegt.
Auf den Plätzen drei und vier folgen mit Frankreich und Italien zwei weitere europäische Schwergewichte. Italien sichert sich mit 2.452 Tonnen Bronze, dicht gefolgt von Frankreich mit 2.437 Tonnen. Russland komplettiert mit einem Bestand von 2.330 Tonnen die Top Fünf und setzt damit seine strategische Abkehr vom US-Dollar durch physisches Gold fort.
Mit nur knappem Rückstand rangiert China an sechster Stelle. Das Reich der Mitte, das seine Goldkäufe zuletzt zeitweise ausgesetzt hatte, kommt auf 2 304 Tonnen. Mit deutlichem Abstand dahinter, aber dennoch solide aufgestellt, positioniert sich die Schweiz auf Rang sieben. Die Schweizerische Nationalbank hält demnach 1.040 Tonnen.
Die Schwellenländer Indien und Japan belegen mit 880 bzw. 846 Tonnen die Plätze acht und neun.
Besondere Beachtung findet der zehnte Rang: Die Türkei hat es mit 641 Tonnen Gold in die exklusive Liste geschafft. Die türkische Zentralbank hat in den vergangenen Jahren massiv zugekauft und zählt damit zu den aktivsten Goldkäufern unter den Notenbanken weltweit. Der Einstieg in die Top 10 unterstreicht Ankaras Strategie, die Währungsreserven breiter zu diversifizieren und sich gegen geopolitische sowie inflationäre Risiken abzusichern.
Die Rangliste zeigt, dass traditionelle Industriestaaten zwar weiterhin die größten historischen Bestände halten, aufstrebende Volkswirtschaften jedoch zunehmend auf die physische Sicherheit des „sicheren Hafens” Gold setzen.