Die türkische Metropole Bursa steht vor einem verkehrstechnischen Quantensprung. Mit der geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecke werden sich die Reisezeiten in die beiden größten Städte des Landes, Ankara und Istanbul, radikal verkürzen – auf nur noch zwei Stunden und 15 Minuten.
Wie Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu am Montag mitteilte, sind die Arbeiten am Teilabschnitt Bursa-Osmaneli des Großprojekts „Bandırma-Bursa-Yenişehir-Osmaneli“ in die finale Phase eingetreten. Die insgesamt 201 Kilometer lange Neubaustrecke ist für eine Geschwindigkeit von 250 Kilometern pro Stunde ausgelegt.
Laut Ministerium wird die Strecke nach ihrer vollständigen Inbetriebnahme eine jährliche Kapazität von rund 30 Millionen Passagieren und 59 Millionen Tonnen Fracht bieten. Herzstück des aktuellen Baufortschritts ist der 106 Kilometer lange Korridor zwischen Bursa und Osmaneli. Dieser Abschnitt soll Bursa direkt an das nationale Hochgeschwindigkeitsnetz der Türkei anbinden.
„Ein Zug, der in Bursa startet, wird über Osmaneli in die YHT-Strecke Ankara-Istanbul eingefädelt. Dadurch sinkt die Reisezeit von Bursa nach Ankara und von Bursa nach Istanbul auf jeweils zwei Stunden und 15 Minuten“, erklärte Uraloğlu in einer schriftlichen Stellungnahme.
Auf der Route über Osmaneli, Yenişehir, den Flughafen Yenişehir, Gürsu und Bursa sind den Angaben zufolge die Erdbau-, Tunnel- und Kunstbauarbeiten bereits abgeschlossen. Derzeit konzentrieren sich die Bautrupps auf den Oberbau. Der Minister kündigte einen straffen Zeitplan an: Die Verbindung zwischen Osmaneli und Bursa soll noch in der zweiten Jahreshälfte 2026 in Betrieb gehen. Die anschließende Verlängerung über das Industriegebiet TEKNOSAB, Karacabey und Dağkadı bis nach Kuşcenneti wird voraussichtlich im Jahr 2028 folgen.