UN-Tourismusorganisation nominiert türkisches Bergdorf Adatepe für Best-Village-Programm 2026

23.04.2026 – 15:00 Uhr

Das historische Dorf Adatepe am Fuße des Kaz-Gebirges soll die Türkei im Jahr 2026 bei den Vereinten Nationen vertreten. Der Ort im Landkreis Ayvacık der Provinz Çanakkale wurde offiziell für das Programm „Best Tourism Villages” der UN-Tourismusorganisation nominiert. Neben Adatepe gehen aus der Türkei auch die Viertel Sığacık in Seferihisar (Izmir), Eski Datça in Datça (Muğla) sowie das Dorf Ziyaret in Ovacık (Tunceli) ins Rennen um die begehrte Auszeichnung.

Mit dem Programm würdigt die UN-Tourismusorganisation ländliche Gemeinden, die ihr kulturelles Erbe und ihre natürlichen Ressourcen bewahren und gleichzeitig den Tourismus als Instrument für nachhaltige Entwicklung nutzen. Adatepe, das östlich der Ägäis, westlich des Kaz-Gebirges und an der Nordspitze des Golfs von Edremit liegt, gilt dabei als architektonisches Juwel. Das Dorfbild wird von vollständig restaurierten, zweistöckigen Steinhäusern mit Innenhöfen und Gärten geprägt, die die osmanisch-griechische Architektur des 19. Jahrhunderts widerspiegeln.

Nach dem Bevölkerungsaustausch ließen sich hier Türken aus Kreta nieder. In den 1980er Jahren wurde der Ort wiederentdeckt und saniert. Seit der Auszeichnung als Schutzgebiet im Jahr 1989 hat das Dorf mit seinen Kopfsteinpflastergassen, der historischen Moschee und der steinernen Schule seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Adatepe ist zudem besonders bekannt für den sogenannten Zeus-Altar, der einen einzigartigen Ausblick bietet. Die Siedlung, die in antiken Quellen den Namen „Gargaros“ trägt, weist Spuren trojanischer, persischer, römischer, seldschukischer und osmanischer Zivilisationen auf.

Der Landrat von Ayvacık, Mustafa Karaali, bezeichnete die Nominierung als Beleg für den richtigen Kurs in der Regionalentwicklung. „Dass Adatepe unser Land auf einer so angesehenen internationalen Plattform vertritt, ist der deutlichste Beweis dafür, dass wir in den Bereichen ländliche Entwicklung und Kulturtourismus auf dem richtigen Weg sind“, erklärte Karaali. Er betonte, dass das Dorf seine Authentizität dank staatlicher Schutzmaßnahmen sowie dem Engagement der Bewohner und Tourismusbetriebe bewahrt habe.

Vor Ort wird die Entscheidung der UN mit Enthusiasmus aufgenommen. Hotelier Mehmet Şoförtakımcı sprach von großer Freude. „Unser Dorf wurde bewahrt und ohne Veränderungen bis heute erhalten“, sagte er. Die Hoffnung sei nun groß, vielleicht sogar zum besten Dorf gekürt zu werden. Der 69-jährige Hasan Kaymakçı, der seit 32 Jahren einen Laden im Ort betreibt, unterstrich die bereits bestehende internationale Bekanntheit Adatepes. „Unsere Händler sind sehr aufmerksam und empfangen die Besucher herzlich. Die Nachfrage ist stark, und wir gehen davon aus, dass sie durch die Nominierung weiter zunehmen wird.“ Laut Kaymakçı legen historische Dokumente aus osmanischer Zeit nahe, dass das Dorf bereits vor 2.000 Jahren besiedelt war.