Überraschungs-Aufsteiger: Türkei stürmt in Top 4 der europäischen E-Auto-Märkte

29.01.2026 – 6:35 Uhr

Die Türkei hat sich bis 2025 zu einem der dynamischsten Märkte für Elektrofahrzeuge in Europa entwickelt. Laut aktuellen Daten des Europäischen Automobilherstellerverbandes (ACEA) kletterte das Land mit rund 190.000 verkauften Elektroautos auf den vierten Platz der europäischen Elektroauto-Statistik. Damit überholte es etablierte Vorreiter wie Norwegen und die Niederlande.

Insgesamt stiegen die Neuzulassungen von Pkw in Europa (EU, Großbritannien, EFTA) im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent auf über 12,8 Millionen Fahrzeuge. Der Absatz von Elektroautos legte mit einem Plus von 29,7 Prozent auf 2,59 Millionen Einheiten deutlich stärker zu.

An der Spitze der E-Auto-Märkte blieb Deutschland mit 545 142 verkauften Fahrzeugen, gefolgt von Großbritannien mit 473 348 und Frankreich mit 326 922. Der türkische Markt verzeichnete mit 189 868 verkauften Elektrofahrzeugen einen starken Anstieg und liegt nun vor Norwegen mit 172 231 verkauften Elektrofahrzeugen. Mit 17,5 Prozent lag der Anteil der E-Autos an den Gesamtverkäufen in der Türkei knapp über dem EU-Durchschnitt von 17,4 Prozent.

Im Gesamtmarkt aller Antriebsarten behauptete die Türkei mit 1,42 Millionen verkauften Autos ihren sechsten Platz und erreichte einen neuen Rekord. Marktführer bleibt Deutschland mit 2,8 Millionen verkauften Autos.

Analysten der Bank HSBC bewerten das Jahr 2025 als entscheidend für die Elektrifizierung in der Türkei. Gründe hierfür sind eine größere Modellvielfalt, eine verbesserte Kostenwettbewerbsfähigkeit gegenüber Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor und ein steigendes Kundenvertrauen. HSBC prognostiziert, dass reine Batterieelektroautos (BEV) im Jahr 2026 mehr als 20 Prozent der Neuwagenverkäufe ausmachen werden und bis zum Jahr 2030 auf rund 40 Prozent steigen werden. Dies wird durch neue Modellzyklen der Hersteller und eine Angleichung der Regulierung an europäische Emissionsstandards gestützt.

Unter den Herstellern behielt die Volkswagen Gruppe mit 2,8 Millionen die Führung. Stellantis folgte mit 1,7 Millionen Fahrzeugen auf Platz zwei, obwohl der Konzern einen Rückgang verzeichnete. Auffällig waren die Entwicklungen bei den neuen Anbietern: Während der chinesische Hersteller BYD seine Verkäufe um 227 Prozent steigerte, verlor Tesla Marktanteile und musste einen Rückgang um 37,9 Prozent hinnehmen.