Überraschender Schritt: Türkische Zentralbank drosselt Tempo der Zinssenkungen

23.01.2026 – 11:00 Uhr

Die türkische Zentralbank hat ihren Leitzins gesenkt, dabei jedoch die Märkte mit einem kleineren Zinsschritt als erwartet überrascht. Das Gremium reduzierte am Donnerstag den einwöchigen Repo-Satz um 100 Basispunkte auf 37 Prozent. Die meisten Volkswirte hatten mit einer stärkeren Senkung um 150 Basispunkte gerechnet.

Dies stellt eine Verlangsamung des seit Dezember laufenden Lockerungskurses dar. Damals hatte die Zentralbank den Hauptzins noch um 150 Basispunkte gesenkt. In seiner ersten Zinssitzung des Jahres 2026 passte der geldpolitische Ausschuss (MPC) zudem den Spitzenrefinanzierungssatz auf 40 Prozent und den Übernacht-Anleihesatz auf 35,5 Prozent an.

In der zur Entscheidung veröffentlichten Stellungnahme bekräftigte die Bank, ihren restriktiven geldpolitischen Kurs beizubehalten, bis Preisstabilität erreicht ist. Dies solle den Disinflationsprozess über Nachfrage-, Wechselkurs- und Erwartungskanäle stärken.

„Die Schrittweite der Anpassungen wird von Sitzung zu Sitzung umsichtig überprüft, wobei der Fokus auf der Inflationsaussicht liegt”, hieß es. Sollte sich die Inflationsprognose wesentlich von den Zwischenzielen entfernen, werde der geldpolitische Kurs wieder verschärft.

Trotz erster Fortschritte bleibe das Inflationsumfeld herausfordernd, so die Bank. Führende Indikatoren deuteten auf einen Anstieg der monatlichen Verbraucherpreise im Januar hin, der vor allem durch die Nahrungsmittelpreise angetrieben werde. Der Anstieg des zugrunde liegenden Inflationstrends bleibt jedoch begrenzt. Die Inflationserwartungen und das Preisverhalten stellen weiterhin Risiken für den Entinflationsprozess dar.

Die jährliche Verbraucherpreisinflation hatte im Dezember 2025 mit 30,89 Prozent den niedrigsten Stand seit 49 Monaten erreicht. Das oberste Ziel der Geldpolitik bleibt die Rückführung der Inflation auf 5 Prozent im mittleren Horizont.