Überhöhte Geflügelpreise: Bußgelder nach landesweiten Kontrollen in der Türkei

18.06.2026 – 9:00 Uhr

Das türkische Handelsministerium hat wegen mutmaßlich ungerechtfertigter Preissteigerungen bei Geflügelprodukten Geldstrafen in Millionenhöhe gegen Supermarktketten in Istanbul verhängt. Wie das Ministerium am Montag mitteilte, setzte der Ausschuss zur Bewertung unlauterer Preise die administrative Buße auf insgesamt 10.114.595 Türkische Lira fest, umgerechnet rund 188.000 Euro.

Auslöser der Sanktionen waren landesweite Kontrollen, mit denen verhindert werden soll, dass Lieferanten und Einzelhändler die saisonal erhöhte Nachfrage nach weißem Fleisch im Sommer ausnutzen. Inspektionsteams der Istanbuler Handelsdirektion hatten stadtweit Vor-Ort-Prüfungen durchgeführt und ihre Ergebnisse dem Gremium vorgelegt. Dabei wurde festgestellt, dass mehrere Filialbetreiber in der Metropole ungerechtfertigte Preisanhebungen auf Geflügelfleisch umgesetzt hatten.

Das Handelsministerium kündigte an, die Preisentwicklung entlang der gesamten Lieferkette – von der Produktion bis zum Einzelhandel – weiter zu überwachen. Ziel sei es, den Zugang der Verbraucher zu essenziellen Lebensmitteln zu angemessenen Preisen zu schützen und bei Bedarf weitere administrative Maßnahmen einzuleiten.

Bereits am 12. Juni hatten die Behörden zeitgleich in acht Provinzen Razzien durchgeführt. Hintergrund waren Vorwürfe unzulässiger Preiserhöhungen und Marktmanipulation in der Branche. In der Folge setzte die Justiz Treuhänder zur Kontrolle von 13 Unternehmen ein und nahm 29 Verdächtige fest.