Türkische Smartphone-Nutzer können sich ab April auf einen massiven Geschwindigkeitsschub freuen. Wie Verkehrs- und Infrastrukturminister Abdulkadir Uraloğlu bekannt gab, wird am 1. April landesweit der kommerzielle 5G-Betrieb aufgenommen. Die neue Mobilfunkgeneration ermöglicht Datentransfers von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde und ist damit etwa zehnmal schneller als das aktuelle 4,5G-Netz.
Der offizielle Rollout markiert einen Meilenstein in der Digitalisierung des Landes. Laut Uraloğlu wurden die notwendigen Lizenzierungsbescheide Anfang Januar an die Anbieter übergeben. Zunächst erhalten die Hauptstädte aller 81 Provinzen Zugang zu dem Hochgeschwindigkeitsnetz, das insbesondere für datenintensive Anwendungen, künstliche Intelligenz und geringe Latenzzeiten ausgelegt ist. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll die Flächendeckung auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet werden.
Parallel zum Mobilfunkausbau treibt Ankara auch den Glasfaserausbau voran. Das Netz umfasst mittlerweile eine Länge von 657.000 Kilometern und soll bis Jahresende die Marke von 750.000 Kilometern erreichen. Angesichts von mehr als 98 Millionen Breitband- und knapp 100 Millionen Mobilfunkanschlüssen bezeichnete der Minister die Telekommunikationsbranche als strategischen Sektor, der essenziell für die wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit und die nationale Sicherheit sei.
Die Versteigerung der 5G-Frequenzen fand bereits im Oktober 2025 statt und spülte umgerechnet rund 3,5 Milliarden Dollar in die Staatskasse. Bei dem Großprojekt legt die Regierung besonderes Augenmerk auf heimische Technologien: Die Mobilfunkbetreiber sind verpflichtet, mindestens 30 Prozent nationale Kommunikationsausrüstung zu verwenden, bei zertifizierten Produkten liegt die Quote sogar bei bis zu 60 Prozent.