Die Stimmung der türkischen Verbraucher hat sich im Mai zum zweiten Mal in Folge leicht verbessert, liegt aber weiterhin auf einem sehr pessimistischen Niveau. Wie das Türkische Statistikinstitut (TÜİK) und die Zentralbank am Montag in einer gemeinsamen Erhebung mitteilten, stieg der Index des Verbrauchervertrauens im Vergleich zum Vormonat lediglich um 0,3 Prozent auf 85,8 Punkte. Im April hatte das Plus noch bei 0,5 Prozent gelegen.
Trotz dieser leichten Erholung bleibt die Gesamtlage angespannt. Der Index ist auf einer Skala von 0 bis 200 normiert, wobei erst Werte über 100 eine optimistische Grundhaltung signalisieren. Die aktuelle Marke liegt damit deutlich unter der kritischen Schwelle.
Auffällig ist die Kluft zwischen Gegenwart und Zukunft. So brach der Teilindex zur Bewertung der aktuellen finanziellen Lage der privaten Haushalte im Mai regelrecht ein. Mit einem Minus von 3,5 Prozent fiel der Rückgang drastischer aus als im April, als lediglich ein Rückgang von 1,4 Prozent verzeichnet wurde. Die Bürger spüren den finanziellen Druck im Hier und Jetzt offenbar immer stärker.
Einen Silberstreif am Horizont liefern dagegen die Zukunftserwartungen. Der Subindex für die finanziellen Erwartungen der Haushalte in den kommenden zwölf Monaten legte um 0,5 Prozent zu und stagnierte damit im Grunde, nachdem er im Vormonat noch kräftig um 2,1 Prozent gestiegen war.
Deutlich optimistischer blicken die Verbraucher hingegen auf die allgemeine wirtschaftliche Lage: Das entsprechende Barometer für das kommende Jahr schnellte um 3,9 Prozent nach oben. Das ist eine markante Kehrtwende, nachdem dieser Wert im April noch um 0,9 Prozent gesunken war.
Keine Bewegung gibt es hingegen bei der Kauflaune für langlebige Güter. Der Index zur Anschaffungsneigung für teure Konsumgüter wie Möbel oder Elektronik verharrte nahezu auf der Stelle und verzeichnete ein minimales Plus von 0,04 Prozent, nachdem er im Vormonat noch um 1,7 Prozent gestiegen war.