Im Mai erzielten türkische Anleger mit Festgeld die höchsten inflationsbereinigten Gewinne. Auf Jahressicht bleibt Gold jedoch der unangefochtene Spitzenreiter. Der US-Dollar und der Euro bescherten den Anlegern hingegen empfindliche reale Verluste, wie aus den aktuellen Daten des Türkischen Statistikinstituts (TÜİK) hervorgeht.
Dem am Dienstag veröffentlichten Bericht über die realen Renditen von Finanzanlageinstrumenten zufolge erwirtschaftete der Brutto-Mevduat-Zins im Mai, gemessen am Verbraucherpreisindex (TÜFE), einen realen Wertzuwachs von 1,38 Prozent. Selbst nach Abzug der Produzentenpreisinflation (Yİ-ÜFE) blieb ein leichtes Plus von 0,35 Prozent. Damit war das klassische Sparkonto die einzige Anlageklasse, die den Sparern in beiden Messungen einen Kaufkraftzuwachs bot.
Im krassen Gegensatz dazu steht die Entwicklung von Edelmetallen und Devisen im Monatsvergleich. Goldbarren erwiesen sich als größter Wertvernichter: Anleger verloren real 3,78 Prozent (Yİ-ÜFE) bzw. 2,79 Prozent (TÜFE). Auch der Dollar und der Euro schmälerten das Vermögen mit realen Verlusten von über einem Prozent.
Während das klassische Sparkonto im kurzen Zeitfenster dominiert, verschiebt sich das Bild bei längerer Betrachtung. In der Sechs-Monats-Bilanz liegt der türkische Leitindex BIST 100 klar vorn. Er bescherte Investoren einen realen Zuwachs von 15,37 Prozent (Yİ-ÜFE). Am Ende der Verliererliste stand hier der Dollar mit einem Kaufkraftverlust von bis zu 8,68 Prozent.
Die Jahresbilanz unterstreicht erneut die Rolle des Goldes als langfristiger Inflationsschutz. Mit einem realen Plus von 26,18 Prozent (Yİ-ÜFE) bzw. 22,68 Prozent (TÜFE) ließ das Edelmetall alle anderen Anlageklassen weit hinter sich. Zwar konnte auch der BIST 100 zweistellig zulegen, doch Dollar und Euro schmolzen im Jahresvergleich real massiv ab: Der US-Dollar verbuchte einen herben Verlust von bis zu 11,70 Prozent.