Türkisches Handelsdefizit legt im August kräftig zu

01.10.2026 – 6:35 Uhr

Das türkische Außenhandelsdefizit ist im August deutlich gestiegen. Nach Angaben des Türkischen Statistikamts (TÜİK) lag es mit 5,24 Milliarden US-Dollar um 22,3 Prozent über dem Vorjahreswert. Grund dafür war vor allem, dass die Importe stärker zunahmen als die Exporte.

Die Exporte stiegen im August im Jahresvergleich um 8,1 Prozent auf 23,47 Milliarden Dollar. Gleichzeitig legten die Importe um 10,5 Prozent auf 28,71 Milliarden Dollar zu. Damit deckten die Ausfuhren 81,7 Prozent der Einfuhren ab – nach 83,5 Prozent im August des Vorjahres.

Handelsdefizit seit Jahresbeginn ebenfalls gestiegen

Von Januar bis August 2026 exportierte die Türkei Waren im Wert von insgesamt 185 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Die Importe wuchsen im selben Zeitraum um 5,3 Prozent auf 250,79 Milliarden Dollar. Das kumulierte Handelsdefizit erhöhte sich dadurch um 9,3 Prozent auf 65,79 Milliarden Dollar. Die Exportdeckung sank von 74,7 auf 73,8 Prozent.

Ohne Energieprodukte und nicht-monetäres Gold fiel das Handelsdefizit im August mit 1,09 Milliarden Dollar deutlich niedriger aus. Die Exporte stiegen in dieser Berechnung um 2,7 Prozent auf 20,83 Milliarden Dollar, während die Importe um 9,6 Prozent auf 21,92 Milliarden Dollar zulegten.

Deutschland wichtigster Abnehmer

Bereinigt um saisonale und kalendarische Effekte legten die Exporte im Vergleich zum Juli um 0,6 Prozent zu. Die Importe gingen dagegen um 1,1 Prozent zurück.

Das verarbeitende Gewerbe stellte im August 93,6 Prozent der türkischen Exporte. Der Anteil von Hightech-Produkten an den Ausfuhren der Industrie lag bei 3,6 Prozent.

Deutschland war im August der wichtigste Absatzmarkt für türkische Waren. Die Ausfuhren nach Deutschland erreichten 1,76 Milliarden Dollar. Dahinter folgten die USA mit 1,73 Milliarden und Großbritannien mit 1,20 Milliarden Dollar. Irak und die Schweiz komplettierten die fünf wichtigsten Exportmärkte, auf die zusammen 29,2 Prozent der türkischen Ausfuhren entfielen.

Bei den Importen stand China mit 4,71 Milliarden Dollar an der Spitze. Deutschland folgte mit 2,07 Milliarden Dollar, vor Russland mit 1,94 Milliarden Dollar.

Bei den türkischen Importen entfielen im August 70,7 Prozent auf Vorleistungsgüter. Konsumgüter machten 15,5 Prozent und Investitionsgüter 13,5 Prozent der Einfuhren aus.