Das türkische Finanz- und Schatzministerium hat Spekulationen über einen ungewollten Rückgang seiner Goldbestände zurückgewiesen. In einer schriftlichen Stellungnahme teilte die Behörde mit, dass es sich bei der jüngsten Entwicklung der goldgedeckten Verbindlichkeiten nicht um einen technischen Fehler oder eine Fehlinterpretation des Marktes handele, sondern um ein strategisches Manöver zur Risikominimierung.
Hintergrund ist ein zuvor veröffentlichter Medienbericht, der den sinkenden Goldbestand des Schatzamtes thematisiert hatte. Das Ministerium wirft den Autoren dieses Berichts mangelnde Fachkenntnisse vor. Die Veränderungen seien nicht das Resultat unvorhergesehener Marktentwicklungen, sondern eine bewusste Entscheidung im Rahmen der Schuldenpolitik.
Laut Ministerium wurde die sogenannte Roll-over-Quote für auslaufende goldgebundene Inlandsverbindlichkeiten im ersten Quartal 2026 gezielt auf 76 Prozent abgesenkt. Anstatt fällige Goldanleihen wie zuvor üblich vollständig zu erneuern, verzichtet der Staat demnach auf knapp ein Viertel der Prolongation. Das Ziel dieser Maßnahme sei eine Neugewichtung des gesamten Schuldenportfolios.
„Im Rahmen der Kreditaufnahmestrategie 2026 wurde die Prolongationsrate für Goldschulden bewusst verringert“, erklärte das Ministerium. Diese Entscheidung diene dazu, den Anteil goldgedeckter Verpflichtungen am Gesamtschuldenstand zu reduzieren. Dadurch soll eine ausgewogenere Schuldenzusammensetzung erreicht und die Abhängigkeit von Marktrisiken, insbesondere von den Schwankungen des Edelmetallpreises, eingeschränkt werden.
Zusätzlich gab die Behörde bekannt, dass die Fälligkeitsstruktur der umgeschichteten Goldverbindlichkeiten diversifiziert worden sei. Durch eine breitere zeitliche Streuung der Rückzahlungstermine sollen geballte Tilgungslasten und die damit verbundenen Refinanzierungsrisiken in einzelnen Perioden vermieden werden. Dies führe zu einem besser planbaren und stabileren Schuldendienstprofil für den Staatshaushalt.