Angesichts des anhaltenden Anstiegs der globalen Ölpreise bereitet das türkische Finanzministerium einem Medienbericht zufolge eine spürbare Entlastung für Diesel-Fahrer vor. Wie die Zeitung Hürriyet berichtet, sind die Vorbereitungen zur Senkung der Sonderverbrauchssteuer auf Diesel abgeschlossen, um die wirtschaftlichen Auswirkungen der Teuerung im Inland abzufedern.
Demnach wird erwartet, dass die Maßnahme kurzfristig im Amtsblatt veröffentlicht wird und bereits in der kommenden Nacht in Kraft tritt. Über das genaue Volumen der Steuersenkung und die damit verbundene Entlastung an den Zapfsäulen wurden zunächst keine offiziellen Angaben gemacht.
Hintergrund der Intervention ist die angespannte Lage am Rohölmarkt. Die Sorte Brent notierte zuletzt nahe der Marke von 90 US-Dollar pro Barrel. Als Preistreiber gelten insbesondere geopolitische Risiken rund um die Straße von Hormus sowie die ins Stocken geratenen Gespräche zwischen den USA und dem Iran. Durch die Meerenge fließt normalerweise rund ein Fünftel des globalen Erdölkonsums.
Mit der steuerlichen Anpassung will die Regierung verhindern, dass die gestiegenen Kraftstoffkosten auf Transport, Landwirtschaft und Industrie durchschlagen und damit den Inflationsdruck im Land weiter verschärfen.
Dieser Schritt folgt auf eine im Juli beschlossene Anpassung des variablen Steuermechanismus „Eşel Mobil“. Im aktuellen Zeitraum zwischen dem 1. August und dem 30. September werden 25 Prozent der Anstiege der inländischen Raffineriepreise durch Steuerverzicht aufgefangen, während der Rest direkt an der Zapfsäule ankommt. Diese Übergangsregelung ist bislang bis zum 1. Oktober terminiert.