Türkisches Bildungsministerium verhängt über 80 Millionen Lira Strafe gegen Privatschulen

21.01.2026 – 6:35 Uhr

Im vergangenen Schuljahr hat das türkische Bildungsministerium die Gebühren privater Bildungseinrichtungen genau unter die Lupe genommen und dabei hohe Strafen verhängt. Wie aus einer parlamentarischen Anfrage hervorgeht, wurden in den beiden zurückliegenden Schuljahren 2023/24 und 2024/25 administrative Geldbußen in Höhe von insgesamt 83 Millionen Türkischen Lira (umgerechnet rund 1,9 Millionen US-Dollar) verhängt.

Bildungsminister Yusuf Tekin teilte auf eine schriftliche Frage des Oppositionsabgeordneten Yavuz Aydın (İYİ-Partei) mit, dass bei Überprüfungen von rund 6.500 Einrichtungen 1.931 Privatschulen aufgrund von Verstößen gegen Gebührenauflagen belangt wurden. Hintergrund der Maßnahmen waren anhaltende öffentliche Debatten und Elternbeschwerden über teils drastische und unerwartete Kostensteigerungen, insbesondere bei verpflichtenden Zusatzleistungen.

Die durchschnittlichen jährlichen Kosten für den Schulbesuch sind hoch. Für das kommende akademische Jahr 2025/26 liegt die durchschnittliche reine Unterrichtsgebühr laut dem Minister bei 232.534 Lira (ca. 5.374 US-Dollar). Hinzu kommen jedoch erhebliche Ausgaben für verpflichtende Leistungen. Für Bücher und Materialien fallen im Schnitt 52.181 Lira (ca. 1.206 US-Dollar) an und für Schulkleidung 23.984 Lira (ca. 554 US-Dollar). Die Verpflegung kostet jährlich rund 99.546 Lira (ca. 2.300 US-Dollar) und der Transport weitere 93.620 Lira (ca. 2.163 US-Dollar).

Die Offenlegung dieser Zahlen durch das Ministerium wird als deutliches Signal gewertet, die Kontrolle über die Preisentwicklung im privaten Bildungssektor zu behalten. Kritiker monieren seit Langem, dass die Gesamtkosten für eine private Schulausbildung viele Familien vor immense finanzielle Herausforderungen stellen. Mit den Strafmaßnahmen betont das Ministerium seinen Anspruch, unverhältnismäßige Gebührenerhöhungen zu unterbinden.