Nail Olpak, der Präsident des türkischen Außenwirtschaftsrats (DEİK), hat auf dem Türkei-EU-Wirtschaftsgipfel in Brüssel eine Aktualisierung der Zollunion zwischen der Türkei und der Europäischen Union gefordert. Produkte, die in der Türkei hergestellt werden, sollten ohne neue Quoten oder Handelshemmnisse als Teil des europäischen Industrieökosystems anerkannt werden, so Olpak zum Auftakt der von DEİK und dem European Business Summit (EBS) gemeinsam organisierten Veranstaltung.
Die Zollunion sei seit mehr als drei Jahrzehnten das Rückgrat der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen der Türkei und der EU, betonte Olpak. Ihre derzeitige Struktur entspreche jedoch nicht mehr den aktuellen Erfordernissen. „In einer sich so schnell verändernden Welt verpassen wir gemeinsam zu viele Chancen“, sagte er. Eine Reform des bestehenden Rahmens würde neue Kooperationsmöglichkeiten in den Bereichen Dienstleistungen, E-Commerce, öffentliche Auftragsvergabe und Landwirtschaft eröffnen.
Olpak wies darauf hin, dass die Türkei durch die Zollunion seit mehr als 30 Jahren integraler Bestandteil der europäischen Liefer- und Wertschöpfungsketten ist. Mit ihrem starken Zulieferernetz, ihrer Ingenieurskapazität und ihren Investitionen in eine sauberere Produktion sei die Türkei ein natürlicher Partner für die grüne und digitale Transformation Europas. Die Anerkennung türkischer Produkte als Teil des europäischen Industrieökosystems ohne neue Quoten oder Barrieren sei nicht nur für die Türkei, sondern auch für die Widerstandsfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit Europas entscheidend.
Darüber hinaus wies Olpak auf das Potenzial neuer Nord-Süd-Transportkorridore hin, die Europa und die Türkei mit dem Irak und der Golfregion verbinden könnten. Solche Verbindungen könnten die regionale Konnektivität weiter stärken.