Türkischer Werberat verhängt 249 Millionen Lira Strafe wegen irreführender Werbung

20.10.2026 – 7:00 Uhr

Laut dem Handelsministerium setzt der Werberat seine Kontrollen zum Schutz der Gesundheit, der Sicherheit sowie der wirtschaftlichen Interessen von Verbrauchern fort. In der Sitzung am 8. Oktober wurden demnach 161 Verfahren entschieden. In 136 als regelwidrig eingestuften Fällen verhängte das Gremium Aussetzungsbescheide sowie Geldstrafen in Höhe von insgesamt 17.176.744 Lira.

Für den Zeitraum Januar bis September teilte das Ministerium mit, dass mehr als 33.000 Eingaben bewertet wurden. Aufgrund irreführender Werbung und unlauterer Geschäftspraktiken summierten sich die verhängten Verwaltungsstrafen in diesem Zeitraum auf mehr als 249 Millionen Lira.

Am 1. August sind zudem neue Regeln der Verordnung über kommerzielle Werbung und unlautere Geschäftspraktiken in Kraft getreten. Sie betreffen unter anderem gezielte Werbung, KI-generierte Anzeigen, Werbung durch Influencer und Rabattaktionen.

Im Mittelpunkt der Oktober-Sitzung standen laut Ministerium Rabattwerbung. Bei Prüfungen wurde festgestellt, dass Kampagnen teils Rabatte von bis zu 75 Prozent versprachen, die nicht der Realität entsprachen. Zudem wurde bei durchgestrichenen Preisen nicht immer der niedrigste Preis der letzten zehn Tage vor Beginn der Rabattaktion zugrunde gelegt. Auch bei leicht zugänglichen Kundenbindungsprogrammen wurden die Pflichten aus dem Rabattrecht nicht erfüllt. Gegen die betroffenen Anzeigen wurden Verwaltungssanktionen verhängt.

Auch Influencer stehen zunehmend im Fokus. Laut den Richtlinien müssen bezahlte oder durch Rabatte und Geschenke geförderte Beiträge klar als Werbung oder Anzeige gekennzeichnet werden. Der Werberat nahm 32 Social-Media-Konten von Amts wegen unter die Lupe. In den untersuchten Beiträgen fehlte die erforderliche Kennzeichnung, weshalb die Veröffentlichungen mit Aussetzungsbescheiden belegt wurden.

Zusätzlich prüfte die Behörde Werbeanzeigen der Schmuckbranche mit hohen Rabattversprechen. Gegen neun Unternehmen, denen Regelverstöße nachgewiesen wurden, wurden Aussetzungsbescheide erlassen.

Das Handelsministerium betonte, seine Kontroll- und Sanktionstätigkeit zum Schutz der Verbraucherrechte, zur Eindämmung irreführender Werbung und zur Sicherung fairer Wettbewerbsbedingungen fortzusetzen.