Türkischer Notenbankchef Karahan: Goldnachfrage der Zentralbanken bleibt hoch

18.09.2026 – 7:00 Uhr

Die Nachfrage der Zentralbanken nach Gold bleibt nach Einschätzung des türkischen Notenbankchefs Fatih Karahan unverändert hoch. Geopolitische Risiken veränderten die Art und Weise, wie Währungsreserven verwaltet werden, so Karahan am 16. September auf dem Budapester Finanzgipfel.

Reserve-Manager müssten neben Sicherheit, Liquidität und Rendite zunehmend auch den Zugang zu Vermögenswerten berücksichtigen. Anlagen, die unter normalen Bedingungen liquide sind, stehen in Stressphasen möglicherweise nicht ohne Weiteres zur Verfügung.

Die Notenbanken überdachten daher die Rolle von Gold neu. Dies bedeute jedoch nicht das Ende der Dominanz des US-Dollars, betonte Karahan. Der Dollar halte weiterhin einen großen Anteil an den Devisenreserven, gestützt durch tiefe und liquide Märkte. Der Notenbankchef sprach sich für Diversifizierung und Notfallplanung aus. Entscheidend sei, welcher Teil der Reserven eines Landes in einer Krise tatsächlich eingesetzt werden könne.

In der Türkei habe Gold seit Langem einen wichtigen Platz im Finanzsystem und in den Ersparnissen der Haushalte, sagte Karahan. Zugleich warnte er, dass geopolitische Rivalität die Notenbanken größeren und länger anhaltenden wirtschaftlichen Schocks aussetzen könne. Dies könnte die Inflationserwartungen sowie Entscheidungen über Löhne und Preise beeinflussen.