Türkischer Industrie-PMI fällt im April auf 45,7 Punkte – Kriegsfolgen belasten das verarbeitende Gewerbe

06.05.2026 – 6:30 Uhr

Die türkische Fertigungsindustrie ist im April so stark geschrumpft wie seit den Tiefpunkten der Corona-Pandemie nicht mehr. Der viel beachtete Einkaufsmanagerindex (PMI) der Istanbuler Industriekammer fiel von 47,9 Punkten im März auf 45,7 Punkte, wie aus der am 4. Mai veröffentlichten Umfrage von S&P Global hervorgeht. Werte unterhalb der Marke von 50 signalisieren eine Kontraktion der Wirtschaftsleistung.

Die Verschärfung des Nahostkonflikts hat die Lieferketten des Landes spürbar beschädigt. „Die Auswirkungen des Krieges auf den türkischen Fertigungssektor haben sich im April deutlich intensiviert”, erklärte S&P Global. Die befragten Unternehmen machten den Konflikt unisono für steigende Preise, Materialengpässe und eine gedämpfte Nachfrage verantwortlich.

In der Folge beschleunigte sich die Inflation sowohl bei den Einkaufspreisen als auch bei den Verkaufspreisen. Gleichzeitig verlängerten sich die Lieferzeiten der Zulieferer erheblich. Die Betriebe meldeten einen starken Einbruch bei der Produktion und den Neuaufträgen. Die Herstellung wurde in einem Tempo zurückgefahren, das in seiner Deutlichkeit nur mit dem Einbruch im September 2024 vergleichbar ist.

„Die Sorge darüber, wie lange die Auswirkungen des Konflikts noch anhalten werden, versetzt die Hersteller in eine abwartende Haltung“, kommentierte Andrew Harker, Wirtschaftsdirektor bei S&P Global Market Intelligence, die Daten. „Dementsprechend werden Beschäftigung, Einkauf und Lagerhaltung zurückgefahren.“ Die Unternehmen hofften auf eine rasche Beilegung des Krieges, um in den kommenden Monaten wieder auf Kurs zu kommen.