Nach einem historischen Einbruch der Immobilienverkäufe an Ausländer deuten sich auf dem türkischen Wohnungsmarkt erste Anzeichen einer Trendwende an. Laut der aktuellen Erwartungsumfrage des Verbands der Immobilienentwickler und -investoren (KONUTDER) und NielsenIQ Türkiye rechnet inzwischen ein Drittel der Branchenvertreter:innen mit einem Wiederanstieg der Käufe durch internationale Investoren.
Während in einer Umfrage für das zweite Halbjahr 2025 lediglich vier Prozent der Befragten einen Zuwachs bei Ausländerverkäufen prognostiziert hatten, stieg dieser Anteil in der jüngsten Erhebung sprunghaft auf rund 33 Prozent. Marktbeobachter führen die Stimmungsänderung vor allem auf veränderte geopolitische Rahmenbedingungen in der Golfregion zurück.
„Die sich wandelnden Bedingungen in der Golfregion könnten die Investitionspräferenzen am Immobilienmarkt neu justieren”, erklärte Ziya Yılmaz, Präsident von KONUTDER. Man beobachte, dass sich ein Teil der Investitionsneigung, die sich zuvor auf Märkte wie Dubai konzentriert habe, allmählich wieder der Türkei zuwende. Dies führe zu moderaten Erholungssignalen im Auslandssegment, so Yılmaz weiter.
Preiserwartungen steigen deutlich – Mietanstieg verliert an Dynamik
Unabhängig von der internationalen Nachfrage zeigen sich die Branchenakteure bei den Preiserwartungen für den heimischen Markt zunehmend optimistisch. Der Anteil der Befragten, die von weiter steigenden Immobilienpreisen ausgehen, kletterte im Vergleich zur Vorperiode von 72 auf 83 Prozent. Als zentraler Preistreiber gelten weiterhin die hartnäckig hohen Bau- und Entwicklungskosten.
Eine gegenläufige Tendenz zeigt sich hingegen bei den Mietprognosen. Hier sank der Anteil derer, die mit einem weiteren Mietanstieg rechnen, merklich von 80 auf 62,5 Prozent. Dies deutet auf eine leichte Entspannung oder zumindest eine Abschwächung der Dynamik im Mietsegment hin.