Türkischer Finanzminister Şimşek zu G20- und Weltbank-Treffen in Washington eingetroffen

16.04.2026 – 7:00 Uhr

Im Rahmen der Frühjahrstagung von G20, Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank ist der türkische Finanz- und Schatzminister Mehmet Şimşek zu hochrangigen Gesprächen in Washington eingetroffen. Im Zentrum seiner USA-Reise steht die geplante Unterzeichnung eines umfangreichen Finanzierungsabkommens für ein Eisenbahn-Großprojekt in Istanbul.

Nach vorbereitenden Terminen in New York wird Şimşek in der US-Hauptstadt eine Reihe von Gesprächen mit Spitzenvertretern internationaler Finanzinstitutionen führen. Auf der Agenda stehen dem Vernehmen nach Treffen mit Führungskräften der Weltbank, der Asiatischen Entwicklungsbank (ADB) sowie der Asiatischen Infrastrukturinvestitionsbank (AIIB). Zudem sind Evaluierungsgespräche mit internationalen Ratingagenturen vorgesehen.

Ein zentraler Programmpunkt ist die Teilnahme an den Sitzungen der G20-Finanzminister sowie des Internationalen Währungs- und Finanzausschusses (IMFC). Darüber hinaus sind bilaterale Unterredungen mit dem US-Finanzminister Scott Bessent, dem katarischen Finanzminister Ali bin Ahmed Al-Kuwari, dem luxemburgischen Finanzminister Gilles Roth sowie dem pakistanischen Finanzminister Muhammad Aurangzeb geplant. Auch ein Austausch mit der EU-Kommissarin für Erweiterung, Marta Kos, sowie Investorentreffen, die von führenden internationalen Investmentbanken organisiert werden, sind Teil der Reise.

Im Mittelpunkt der Reise steht jedoch ein konkretes Infrastrukturvorhaben. Voraussichtlich wird Şimşek das Abkommen mit der Weltbank über das Projekt „Nordbahnübergang Istanbul“ (INRAIL) unterzeichnen. Für den Bau dieser 127 Kilometer langen, elektrifizierten Hochleistungs-Eisenbahnstrecke über die Yavuz-Sultan-Selim-Brücke hat die Türkei nach offiziellen Angaben eine Finanzierungszusage der Weltbank in Höhe von 1,67 Milliarden Euro zu günstigen Konditionen erhalten. Die geschätzten Gesamtkosten des Projekts belaufen sich auf umgerechnet etwa 8,3 Milliarden US-Dollar.

Die neue Strecke soll den Schienengüterverkehr über den Bosporus erheblich entlasten und die Kapazitäten im transeuropäischen Verkehrsnetz ausbauen.