Türkischer Einzelhandel atmet auf: Ramadaneinkäufe lassen Umsätze kräftig steigen

22.04.2026 – 7:00 Uhr

Nach einem verhaltenen Jahresauftakt hat der türkische Einzelhandel im März eine deutliche Belebung erfahren. Dies geht aus einer aktuellen Erhebung des Dachverbandes der Vereinigten Marken (BMD) hervor. Demnach verzeichneten 79 Prozent der Mitgliedsunternehmen einen Anstieg der abgesetzten Stückzahlen im Vergleich zum Vormonat Februar.

Besonders stark profitierten demnach die Modebranchen: 86 Prozent der Bekleidungsmarken und 82 Prozent der Schuhmarken meldeten einen Zuwachs beim Absatzvolumen. BMD-Präsident Sinan Öncel führt diese Entwicklung primär auf das Fest des Fastenbrechens (Ramadan-Fest) zurück. Dieses habe die Konsumlust der Bevölkerung – insbesondere in den Bereichen Textilien und Schuhe – merklich angekurbelt.

Öncel wies zudem darauf hin, dass 87 Prozent der befragten Marken im März auch höhere monetäre Erlöse als im Februar erzielten. Er betonte jedoch, dass die Entwicklung der Stückzahlen eine realistischere Messgröße für die tatsächliche Verfassung der Branche darstelle als die rein nominalen Umsätze. „Dass nahezu vier von fünf Marken mehr Einheiten verkauft haben, ist ein bedeutendes Signal. Gerade für unsere Konfektions- und Schuhmarken war der März ein produktiver Monat“, so Öncel.

Trotz der positiven Signale mahnte der Verbandschef zur Vorsicht bei der Interpretation der Daten. Neben der starken Nachfrage im Zuge des Feiertagsgeschäfts habe auch ein simpler Kalendereffekt zu dem Plus beigetragen. „Wir dürfen nicht übersehen, dass der März drei Arbeitstage mehr hatte als der Februar“, erklärte Öncel. „Dennoch kann man sagen: Die Feiertage haben der Branche eine dringend benötigte Atempause verschafft und den zu Jahresbeginn beobachteten Abwärtstrend kurzzeitig unterbrochen.“