Türkischer E-Automarkt im Juli: TOGG führt, BYD mit drastischem Absatzeinbruch

08.08.2026 – 7:00 Uhr

Ein einziger Monat, ein einstelliger Verkaufszuwachs – und ein Marktanteil im freien Fall: Im Juli hat der chinesische Elektroautobauer BYD in der Türkei lediglich 17 Fahrzeuge verkauft. Ein dramatischer Einbruch für eine Marke, die noch vor wenigen Monaten zu den großen Gewinnern des Elektroauto-Booms gehörte. Zeitgleich baute der türkische Hersteller TOGG seine Spitzenposition mit 4.600 verkauften Einheiten im selben Monat massiv aus.

Laut aktuellen Daten des Verbands der türkischen Automobilhändler (ODMD) wurden im Juli landesweit 12.684 reine Elektroautos (BEV) neu zugelassen. Im Zeitraum Januar bis Juli summiert sich die Zahl auf 93.403 Fahrzeuge.

Fabrikprojekt auf Eis – Verkaufszahlen im Keller

BYD hatte für 2024 groß angekündigt, in der westtürkischen Provinz Manisa eine Produktionsstätte im Wert von einer Milliarde US-Dollar zu errichten. Im Gegenzug gewährte die türkische Regierung eine Befreiung vom 40-prozentigen Zusatzzoll auf chinesische Elektroauto-Importe. Die Aussicht auf lokale Produktion und der Steuervorteil ließen die Verkaufszahlen des Konzerns im Jahr 2025 auf über 45.000 Stück emporschnellen.

Doch auf dem vorgesehenen Gelände in Manisa begannen nie ernsthafte Bauarbeiten. Im Juni dieses Jahres legte BYD das Projekt schließlich auf Eis. Vizepräsidentin Stella Li erklärte gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters, es gebe keinen konkreten Zeitplan für das Werk in der Türkei, da die Priorität des Unternehmens derzeit beim Fabrikbau in Ungarn liege.

Die unklare Zukunft der türkischen Fabrik wirkt sich unmittelbar auf das Kaufverhalten aus. Im Juli setzte BYD nur noch 17 Fahrzeuge ab. Der Gesamtabsatz in den ersten sieben Monaten liegt damit bei 6.754 Einheiten und der BEV-Marktanteil sackte auf 7,23 Prozent ab.

TOGG eilt davon, Tesla bleibt im Mittelfeld

TOGG steht unangefochten an der Spitze des türkischen E-Automarktes. Der einheimische Hersteller verzeichnete im Juli 4.600 Neuzulassungen. Seit Jahresbeginn summiert sich der Absatz auf 25.848 Fahrzeuge, was einem Marktanteil von 27,67 Prozent im BEV-Segment entspricht.

Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit deutlichem Abstand KG Mobility mit 8.602 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 9,21 Prozent sowie MINI mit 8.029 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 8,60 Prozent. Dahinter rangieren Volvo mit 6.333 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 6,78 Prozent, Citroën mit 5.469 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 5,86 Prozent, Opel mit 5.099 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 5,46 Prozent, BMW mit 4.567 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 4,89 Prozent, Mercedes mit 4.177 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 4,47 Prozent und Tesla mit 4.088 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 4,38 Prozent.

Auch andere Hersteller konnten in den ersten sieben Monaten Fahrzeuge absetzen, darunter Hyundai (3.534), Kia (2.294), Fiat (1.451), Škoda (1.326), Ford (1.215), Renault (1.203) und Peugeot (1.136). Unter der Schwelle von tausend Einheiten blieben unter anderem Volkswagen, Audi, Porsche, Jeep, Alfa Romeo, Alpine, Cupra, Hongqi, Nissan und DS.