Türkischer Automarkt vor deutlichem Einbruch: Absatz fällt im September um fast ein Viertel

07.10.2026 – 6:30 Uhr

Nach drei starken Jahren steuert der türkische Automarkt im Gesamtjahr 2026 auf einen Rückgang zu. Wie aus Daten des Verbands der Automobilhändler und Mobilitätsanbieter (ODMD) hervorgeht, sanken die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im September im Jahresvergleich um 24,3 Prozent auf 83.469 Einheiten. Die Pkw-Verkäufe gingen dabei um 27,8 Prozent auf 63.736 Fahrzeuge zurück. In den ersten neun Monaten des Jahres verzeichnete der Gesamtmarkt einen Rückgang von 13,4 Prozent auf 803 465 Einheiten.

ODMD-Chef Hakan Tiftik führte diese Entwicklung auf jüngste Ereignisse an den Finanzmärkten sowie auf globale wirtschaftliche Herausforderungen zurück. Viele Verbraucher hätten ihre Kaufentscheidungen deshalb aufgeschoben. Rabattaktionen könnten kurzfristig unterstützend wirken, doch die Kunden benötigten einen einfacheren Zugang zu Finanzierungen, so Tiftik.

Die Abschwächung habe sich in den Sommermonaten beschleunigt und lasse sich nicht allein mit Basiseffekten nach den außergewöhnlich hohen Verkaufszahlen der vergangenen zwei bis drei Jahre erklären. Diese hohen Werte seien zwar zu berücksichtigen, reichten als Erklärung für die aktuelle Verlangsamung jedoch nicht aus, betonte Tiftik.

Für das Schlussquartal nannte er die Finanzierungsbedingungen, das Verbrauchervertrauen, die Fahrzeugpreise, die Entwicklung des Gebrauchtwagenmarkts und Werbekampagnen als entscheidende Faktoren für die Nachfrage. Unter den derzeitigen Bedingungen erwartet der ODMD-Chef für das Gesamtjahr ein Marktvolumen zwischen 1,1 und 1,2 Millionen Einheiten.

Tiftik verwies zudem auf den eingeschränkten Zugang zu Krediten als eine der größten Herausforderungen des Marktes. Dies erschwere insbesondere Haushalten mit mittlerem Einkommen den Erwerb eines Fahrzeugs zunehmend. Seine Äußerungen fielen in eine Phase, in der die jüngste Krise um Investmentfonds in der Türkei die Finanzmärkte belastet.