Der türkische Automobilmarkt hat im Mai einen drastischen Einbruch erlitten. Wie der Verband der Automobilhändler und Mobilität (ODMD) am Vortag mitteilte, sanken die Verkäufe von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 22,55 Prozent auf 83.442 Einheiten. Im April hatte das Minus noch vergleichsweise moderate 1 Prozent betragen.
Die Schwäche zog sich durch alle Segmente: Bei reinen Personenkraftwagen betrug der Rückgang 23,19 Prozent (65 386 Einheiten), während der Absatz leichter Nutzfahrzeuge um 20,13 Prozent auf 18 056 Fahrzeuge einbrach. Auch im Vergleich zum Fünfjahresdurchschnitt für den Monat Mai liegt der Markt mit einem Minus von 5,1 Prozent klar im Sog der Abwärtsspirale.
In der Jahresbilanz nach fünf Monaten summiert sich der Gesamtmarkt auf 453 138 Einheiten – ein Rückgang von 7,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Einziger Lichtblick sind die leichten Nutzfahrzeuge, deren Verkäufe im bisherigen Jahresverlauf um knapp zwei Prozent auf 96 882 Stück zulegten.
Unangefochtener Liebling der türkischen Käufer bleibt das Sport Utility Vehicle (SUV). Mit 230 921 verkauften Einheiten in den ersten fünf Monaten dominierte diese Karosserieform mit einem Anteil von 64,8 Prozent den Pkw-Markt, gefolgt von Limousinen mit 19,8 Prozent.
Stromstoß für den E-Auto-Markt – trotz Mai-Delle
Ein differenziertes Bild zeigt sich bei den Elektrofahrzeugen. Zwar brachen die reinen E-Auto-Verkäufe im Mai um fast ein Drittel (minus 32,6 Prozent) auf 11 461 Einheiten ein, was einem Marktanteil von 17,5 Prozent entspricht. Über das gesamte Jahr hinweg stehen die Stromer mit einem Plus von 10,5 Prozent und 66 353 Neuzulassungen allerdings besser da als 2025.
Im internen Wettstreit der Platzhirsche liegt der einheimische Hersteller Togg mit 16 745 Auslieferungen im bisherigen Jahresverlauf weit vor dem US-Konkurrenten Tesla, der im gleichen Zeitraum 3395 Fahrzeuge absetzte.