Türkischer Arbeitsmarkt im März: Industrie verliert, Bau und Dienstleistungen legen zu

18.05.2026 – 6:30 Uhr

Der türkische Arbeitsmarkt präsentiert sich im März 2026 mit einem gespaltenen Bild. Während die Gesamtzahl der abhängig Beschäftigten im Vorjahresvergleich anzog, musste das produzierende Gewerbe einen deutlichen Dämpfer hinnehmen. Laut den am Donnerstag veröffentlichten Daten des Türkischen Statistikinstituts (TÜİK) stieg die Zahl der Arbeitnehmer, die eine Vergütung erhalten, in den Sektoren Industrie, Bau sowie Handel und Dienstleistungen insgesamt um 1,8 Prozent auf 15,6 Millionen.

Trotz dieses Anstiegs ist die Entwicklung keineswegs flächendeckend positiv. Besonders die Industrie erwies sich als Schwachstelle: Die Beschäftigung in diesem Sektor sank im Vergleich zum Vorjahresmonat um 2,7 Prozent auf 4,74 Millionen. Innerhalb der Industrie traf es die Fertigung mit einem Minus von 3 Prozent auf 4,4 Millionen Beschäftigte besonders hart.

Als Konjunkturstütze erwiesen sich dagegen erneut der Bau- und der Dienstleistungssektor. Die Bauwirtschaft verzeichnete mit einem Plus von 6,4 Prozent auf 1,85 Millionen Beschäftigte das stärkste jährliche Wachstum. Auch der Handel und der Dienstleistungssektor expandierten und durchbrachen mit einem Zuwachs von 3,5 Prozent die Marke von neun Millionen Beschäftigten.

Innerhalb der Dienstleistungen fiel vor allem die Kategorie Transport und Lagerhaltung mit einem jährlichen Beschäftigungswachstum von 5,2 Prozent auf 1,33 Millionen Arbeitnehmer:innen auf. Das Gastgewerbe (Beherbergung und Gastronomie), das als Gradmesser für die Tourismussaison gilt, verzeichnete ebenfalls eine robuste Zunahme um 5 Prozent auf 1,27 Millionen Beschäftigte. Der Sektor Information und Kommunikation blieb mit rund 294.300 Beschäftigten nahezu stagnierend.

Im Vergleich zum Vormonat Februar 2026 zeigte sich der Arbeitsmarkt nahezu unbewegt. Die Gesamtbeschäftigung legte lediglich um 0,1 Prozent zu. Unter dieser ruhigen Monatsbilanz verbergen sich jedoch gegenläufige Trends: Während die Industrie im Monatsvergleich um 0,3 Prozent schrumpfte, legten die Baubranche um 0,9 Prozent und der Handels- und Dienstleistungsbereich um 0,2 Prozent zu.