Die Türkische Zentralbank hat am 28. Dezember ihren Geldpolitischen Leittext für 2026 veröffentlicht und damit die strategische Ausrichtung für das kommende Jahr bekannt gegeben. Im Fokus stehen weiterhin die Bekämpfung der Inflation, die Stärkung der internationalen Währungsreserven sowie die Wahrung der Finanzstabilität.
Laut dem Dokument wird der geldpolitische Ausschuss (PPK) im Jahr 2026 insgesamt acht Sitzungen nach einem zuvor festgelegten Zeitplan abhalten. Die Zentralbank betont erneut, dass Preisstabilität eine Grundvoraussetzung für nachhaltiges Wachstum und gesellschaftlichen Wohlstand sei. Entsprechend bleibe es das oberste Ziel der Geldpolitik, Inflation dauerhaft zu senken und auf einem stabilen Niveau zu halten.
Als mittelfristiger Orientierungswert gilt weiterhin das gemeinsam mit der Regierung festgelegte Inflationsziel von fünf Prozent, mit einer Unsicherheitsbandbreite von zwei Prozentpunkten. Kurzfristig sollen sogenannte Zwischenziele zum Jahresende die geldpolitische Steuerung unterstützen.
Die Zentralbank kündigte an, sämtliche geldpolitischen Instrumente entschlossen einzusetzen, um die notwendigen monetären und finanziellen Bedingungen für das Erreichen der Inflationsziele zu schaffen. Dabei fließen unter anderem Inflationserwartungen, Preisbildungsprozesse, Nachfrage- und Angebotsfaktoren, Kreditentwicklung, Sparverhalten sowie in- und außenwirtschaftliche Gleichgewichte in die Entscheidungsfindung ein.
Auch im Jahr 2026 will die Zentralbank ihre internationale Reserveposition weiter stärken, sofern es die Marktbedingungen zulassen. Dies sei ein wichtiger Faktor für die Wirksamkeit der Geldpolitik und die Stabilität des Finanzsystems.
Zudem wurden Anpassungen bei der Kreditüberwachung angekündigt: Der Berechnungszeitraum für Kreditwachstumsraten wurde von vier auf acht Wochen verlängert, um mehr Flexibilität zu ermöglichen. Gleichzeitig wurde der maximale Händlerabschlag bei Bankkartenzahlungen auf 1,04 Prozent gesenkt und die maximale Sperrfrist auf 15 Tage verkürzt.
Als zentrales geldpolitisches Instrument bleibt weiterhin der einwöchige Repo-Zinssatz bestehen. Ergänzend sollen Liquiditätssteuerung und makroprudenzielle Maßnahmen eingesetzt werden. Die Zentralbank betonte, dass Finanzstabilität die Preisstabilität unterstützend begleiten werde.
Zur Kommunikation ihrer Geldpolitik setzt die Zentralbank weiterhin auf Zinsentscheidungen des geldpolitischen Ausschusses sowie auf den Inflationsbericht, der viermal jährlich veröffentlicht und der Öffentlichkeit in Informationsveranstaltungen erläutert wird.