Der Gouverneur der türkischen Zentralbank, Fatih Karahan, zeigt sich im Kampf gegen die hohe Inflation zuversichtlich. Bei Gesprächen mit internationalen Investoren in London und New York betonte er, dass sich der rückläufige Trend bei den Teuerungsraten in den vergangenen Monaten verfestigt habe. Laut Karahan spiele dabei die verbesserte Erwartungshaltung in Wirtschaft und Bevölkerung eine entscheidende Rolle.
Der Zentralbankchef erinnerte daran, dass die Jahresinflation 2025 bei 30,9 Prozent gelegen habe. Der Rückgang sei breit gefächert gewesen. Allerdings warnte er vor möglichen Rückschlägen in den kommenden Wochen. So könnten die Nahrungsmittelpreise zu Jahresbeginn wieder anziehen und die Inflationsdaten für die nächsten zwei Monate „verrauschen“. Langfristig werde jedoch insbesondere der geringere Preisdruck im Dienstleistungssektor den Abwärtstrend im Jahr 2026 unterstützen.
Karahan bekräftigte den strikten geldpolitischen Kurs der Institution. „Die restriktive Geldpolitik wird beibehalten, bis Preisstabilität erreicht ist“, erklärte er. Diese Haltung werde den Disinflationsprozess über die Kanäle Nachfrage, Wechselkurs und Erwartungen stärken. Das geldpolitische Komitee (MPC) wird die Leitzinsen unter Berücksichtigung der tatsächlichen und erwarteten Inflation sowie des zugrunde liegenden Trends festlegen.
Sollte sich die Inflationsprognose deutlich von den Zwischenzielen entfernen, werde die Geldpolitik weiter verschärft, betonte Karahan. Das nächste MPC-Treffen zur Festlegung des Leitzinses ist für den 22. Januar angesetzt. Bei der vorherigen Sitzung im Dezember hatte die Notenbank den einwöchigen Repo-Satz von 39,5 auf 38 Prozent gesenkt.