Türkische Zentralbank meldet leichten Rückgang der kurzfristigen Auslandsverbindlichkeiten

21.08.2026 – 6:30 Uhr

Die kurzfristigen Auslandsverbindlichkeiten der Türkei sind im Juni leicht gesunken. Wie aus Daten der Zentralbank hervorgeht, beliefen sich die innerhalb der nächsten zwölf Monate fälligen Auslandsschulden Ende Juni auf 239,5 Milliarden US-Dollar. Im Mai hatte der Wert noch bei 242 Milliarden Dollar gelegen.

Die Berechnung auf Basis der Restlaufzeit erfasst sämtliche Verbindlichkeiten gegenüber dem Ausland, die innerhalb eines Jahres fällig werden – unabhängig von ihrer ursprünglichen Laufzeit.

Anders stellt sich das Bild bei der klassischen Kurzfristverschuldung dar, die nach der ursprünglichen Laufzeit bemessen wird. Dieser Schuldenbestand stieg im Vergleich zum Vorquartal um 2,5 Prozent auf 170,7 Milliarden US-Dollar.

Banken verschulden sich kurzfristig stärker

Der kurzfristige Schuldenstand des Bankensektors legte um 5 Prozent auf 74,9 Milliarden Dollar zu. Innerhalb dieses Segments entwickelten sich die einzelnen Positionen jedoch uneinheitlich: Die kurzfristigen Auslandskredite und Wertpapierverbindlichkeiten der heimischen Banken sanken um 4,3 Prozent auf acht Milliarden Dollar.

Deutlich zulegen konnten hingegen die Einlagen ausländischer Banken bei türkischen Instituten. Sie stiegen um 14,6 Prozent auf 19,9 Milliarden Dollar. Die Einlagen von Nichtbanken gingen derweil um 1,9 Prozent auf 21,4 Milliarden Dollar zurück.

Besonders auffällig sind die auf türkische Lira lautenden Einlagenverbindlichkeiten, die sich um 7,5 Prozent auf umgerechnet 25,6 Milliarden Dollar erhöhten.

Nicht-Bankensektor: Kreditaufnahme wächst rasant

Auch außerhalb des Bankensektors nahm die kurzfristige Verschuldung zu. Die Verbindlichkeiten der übrigen Sektoren stiegen um 3,6 Prozent auf 72 Milliarden Dollar. Während die Handelskredite mit 63,6 Milliarden Dollar nahezu stabil blieben, schnellten die Barkredite um 43,5 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar in die Höhe.

Währungsmix: Lira-Anteil gewinnt an Gewicht

Mit Blick auf die Währungsstruktur bleibt der US-Dollar dominierend: 34,6 Prozent aller kurzfristigen Verbindlichkeiten lauten auf die amerikanische Währung. Es folgen der Euro mit 26,5 Prozent und die türkische Lira mit 25,3 Prozent. Die verbleibenden 13,6 Prozent entfallen auf sonstige Währungen.