Türkische Zentralbank legt diese Woche ersten Inflationsbericht 2026 vor

09.02.2026 – 7:00 Uhr

Die türkische Zentralbank wird in dieser Woche ihren ersten Inflationsbericht des Jahres 2026 veröffentlichen. Wie die Bank mitteilte, wird Zentralbankchef Fatih Karahan den Bericht mit dem Titel „Inflationsbericht 2026-I“ am 12. Februar im Istanbul Financial Center vorstellen.

Der Inflationsbericht gilt als eines der wichtigsten Kommunikationsinstrumente der Zentralbank. Er enthält Einschätzungen zur Inflationsentwicklung, zur geldpolitischen Strategie sowie zum wirtschaftlichen Ausblick.

Vizepräsident Cevdet Yılmaz bekräftigte zuletzt, dass die Regierung an einer strikten Geldpolitik bei gleichzeitiger fiskalischer Disziplin festhalten werde. Dies allein reiche jedoch nicht aus, um die Inflation nachhaltig zu bekämpfen. „Wir müssen den Kampf gegen die Inflation zusätzlich durch angebotsseitige Maßnahmen unterstützen“, sagte Yılmaz am 7. Februar bei einer Veranstaltung in der Provinz Siirt.

Er nannte dabei fünf zentrale Bereiche: Lebensmittel, sozialer Wohnungsbau, Energie, Logistik und Humankapital. Angebotsseitige Reformen in diesen Feldern könnten sowohl zur Inflationsbekämpfung als auch zu einem ausgewogenen und nachhaltigen Wachstum beitragen.

Analysten erwarten, dass der Inflationsbericht insbesondere für die Abweichung der Inflation vom Zielwert im Jahr 2025 sowie für das Zwischenziel und die Prognosebandbreite für 2026 von Bedeutung sein wird. Laut einer Einschätzung von BBVA Research dürfte die Zentralbank ihr Punktziel von 16 Prozent beibehalten, könnte jedoch angesichts bestehender Aufwärtsrisiken die Prognosebandbreite für 2026 nach oben anpassen.

BBVA geht davon aus, dass der anhaltende Inflationsdruck eine vorsichtige Geldpolitik erfordert. Die Analysten rechnen mit einem Leitzins von 32 Prozent zum Jahresende, wobei die Zentralbank die Größe möglicher Zinssenkungen flexibel an die Inflationsrisiken anpassen dürfte. Erwartet werden weitere Zinsschritte um jeweils 100 Basispunkte in der ersten Jahreshälfte, gefolgt von kleineren Schritten im zweiten Halbjahr.

Für Februar wird eine Inflationsrate von rund 2,5 Prozent prognostiziert, unter anderem aufgrund von Zweitrundeneffekten und möglichen Preisanstiegen bei Lebensmitteln im Vorfeld des Ramadan.

Auch ING betonte in einer Analyse, dass der neue Inflationsbericht mehr Klarheit über die Einschätzung der Zentralbank zur Inflationsentwicklung und ihren geldpolitischen Kurs bringen werde. Die Bank erwartet für Ende 2026 einen Leitzins von 28 Prozent und hat ihre Inflationsprognose für das laufende Jahr zuletzt auf 23 Prozent angehoben – über der bisherigen Zielspanne der Zentralbank.