Die türkische Zentralbank hat ihre Inflationsprognose für das Jahresende 2026 deutlich nach oben korrigiert. Grund hierfür sind die kriegsbedingt gestiegenen Energiekosten und die höheren Lebensmittelpreise. Die neue Prognose liegt nun bei 28 Prozent nach zuvor 26 Prozent. Dies geht aus dem dritten Inflationsbericht des Jahres hervor, der am 13. August veröffentlicht wurde.
Trotz der Anhebung betonte Notenbankchef Fatih Karahan, dass die Revision keine Verschlechterung des zugrunde liegenden Inflationstrends widerspiegele. Die Projektionen für die Jahre 2027 und 2028 blieben mit 15 bzw. 9 Prozent unverändert.
Als Ursachen für die Korrektur nannte die Bank unter anderem stärker als erwartet gestiegene Preise für Diesel, Erdgas und andere Rohstoffe. Auch eine höhere Annahme zur Lebensmittelinflation, Änderungen am progressiven Kraftstoffsteuersystem sowie Anpassungen bei administrierten Preisen hätten zur Revision beigetragen. In dem Bericht heißt es, die Energiepreise lägen weiterhin deutlich über dem Vorkriegsniveau, nachdem sich die regionalen Spannungen im Juli erneut verschärft hätten.
Karahan erklärte, die Disinflation setze sich trotz eines gewissen Momentumverlusts fort. Die schlimmsten kriegsbedingten Risiken scheinen überwunden zu sein, wenngleich die Öl- und Erdgaspreise weiterhin zu den wichtigsten Aufwärtsrisiken zählen.
Zudem kündigte der Notenbankchef an, dass eine Rückkehr zu den einwöchigen Repo-Auktionen – dem Standardinstrument der Bank zur Liquiditätssteuerung – auf der Agenda stehe. Der Zeitpunkt hänge von den Marktbedingungen ab. Karahan warnte jedoch davor, einen solchen Schritt als Signal für künftige Zinsentscheidungen zu interpretieren.
Der Leitzins liegt weiterhin bei 37 Prozent. Die einwöchigen Repo-Auktionen sind seit dem 2. März ausgesetzt und die gewichteten durchschnittlichen Finanzierungskosten verharren bei 40 Prozent, dem Satz für die Übernacht-Ausleihe.
Die Bank bestätigte ihre Zwischenziele für die Inflation: 24 Prozent für 2026, 15 Prozent für 2027 und 9 Prozent für 2028.