Türkische Zentralbank: Energiepreise steigen binnen zwei Monaten um fast 20 Prozent

07.05.2026 – 9:00 Uhr

Die türkischen Haushalte sehen sich mit einem massiven Anstieg ihrer Energiekosten konfrontiert. Wie aus dem aktuellen Bericht zur Preisentwicklung der Zentralbank hervorgeht, verteuerten sich die Energiepreise im Inland allein im April um 14,4 Prozent. In den vergangenen zwei Monaten summiert sich der Anstieg somit auf knapp 20 Prozent. Als wesentlicher Treiber gelten die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten.

Hintergrund des Kostensprungs sind nicht nur volatile Weltmärkte, sondern auch eine neue regulatorische Weichenstellung im Inland. So wurde im April laut der Zentralbank ein gestaffeltes Preissystem für privates Erdgas eingeführt, das der bereits bestehenden Praxis bei Elektrizität ähnelt. Haushalte mit höherem Verbrauch zahlen demnach deutlich mehr. In der Folge schossen die privaten Erdgaspreise im April regelrecht in die Höhe und verbuchten einen Anstieg von 45,1 Prozent.

Neben den Energiepreisen treibt auch die Entwicklung der Lebensmittelpreise die Inflation an. Die Teuerung bei Nahrungsmitteln zog im April sowohl bei unverarbeiteten als auch bei verarbeiteten Produkten spürbar an und beschleunigte sich damit im Vergleich zum moderateren Verlauf im März.

Die offiziellen Daten hatten zuvor gezeigt, dass die Verbraucherpreise im Monatsvergleich um 4,18 Prozent stiegen. Die jährliche Inflationsrate verschärfte sich um 1,5 Prozentpunkte auf 32,37 Prozent. Einen zusätzlichen Preisdruck übte die Kerngüterinflation aus, angeführt von den Kategorien Bekleidung und Schuhe. Auch Waren mit Bezug zu petrochemischen Produkten verteuerten sich stark.

Eine leichte Entspannung zeigte sich hingegen im Dienstleistungssektor. Saisonbereinigt schwächte sich der Preisanstieg bei Dienstleistungen im Vergleich zum Vormonat ab, so die Zentralbank.

Auch auf Erzeugerebene hält der Kostendruck an. Die inländischen Erzeugerpreise stiegen im April um 3,17 Prozent. Im Jahresvergleich erreichte die Produzenteninflation damit einen Wert von 28,59 Prozent, wobei auch hier die Energieprodukte den stärksten Ausschlag gaben.