Türkische Wirtschaft im Juli: Dienstleistungs- und Bauvertrauen steigen, Einzelhandel trübt sich ein

29.07.2026 – 6:30 Uhr

Die Stimmung in der türkischen Wirtschaft zeigt im Juli ein gespaltenes Bild. Während Dienstleister und die Baubranche zuversichtlicher in die Zukunft blicken, hat sich die Stimmung im Einzelhandel spürbar verschlechtert, wie aus aktuellen Daten des Türkischen Statistischen Instituts (TÜİK) vom 27. Juli hervorgeht.

Der saisonbereinigte Vertrauensindex im Dienstleistungssektor stieg demnach im Vergleich zum Vormonat um 1,4 Prozent auf 112 Punkte. Auch im Baugewerbe hellte sich die Stimmung leicht auf. Der Index kletterte um 0,6 Prozent auf 83,5 Zähler, was weiterhin einen pessimistischen Ausblick signalisiert. Ein Wert über 100 signalisiert eine optimistische, ein Wert darunter eine pessimistische Grundhaltung.

Im Einzelhandel fiel das Barometer dagegen um 1,6 Prozent auf 111 Punkte. Als Hauptgrund für den Rückgang macht die Statistikbehörde eine deutlich gesunkene Erwartungshaltung aus. Die Aussichten für die Geschäftstätigkeit und die Verkäufe in den kommenden drei Monaten brachen um 3,8 Prozent ein. Auch die Bewertung des Geschäftsvolumens der vergangenen drei Monate sowie die aktuellen Lagerbestände waren leicht rückläufig.

TÜİK zeichnet für den Dienstleistungssektor ein gegenteiliges Bild. Hier legten die Nachfrageerwartungen für die nächsten drei Monate um 3,7 Prozent zu, obwohl die tatsächliche Nachfrage im zurückliegenden Quartal nur marginal um 0,2 Prozent sank. Die aktuelle Geschäftslage wurde von den befragten Unternehmen etwas besser beurteilt als im Juni.

Im Baugewerbe stach ein Indikator besonders hervor: Die aktuelle Beurteilung des Auftragsbestands schnellte um 3,9 Prozent nach oben. Dem positiven Signal steht jedoch ein Rückgang der Beschäftigungserwartungen gegenüber. Die Prognose für die Gesamtbeschäftigung in den nächsten drei Monaten sank um 2,3 Prozent. Dies deutet auf eine anhaltende Zurückhaltung bei Neueinstellungen trotz vollerer Auftragsbücher hin.