Türkische Wirtschaft: EBRD rechnet mit geringerem Wachstum 2026 und 2027

05.06.2026 – 6:35 Uhr

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) hat ihre Wachstumsprognosen für die türkische Wirtschaft deutlich nach unten korrigiert. Wie aus dem am 2. Juni veröffentlichten regionalen Konjunkturbericht hervorgeht, erwarten die Ökonomen der Bank für das laufende Jahr 2026 nun nur noch ein Plus des Bruttoinlandsprodukts von 3,5 Prozent. Im Februar hatte die Prognose noch bei 4,0 Prozent gelegen.

Auch der Ausblick für das Jahr 2027 wurde gedämpft. Anstelle der zuvor veranschlagten 4,5 Prozent rechnet die EBRD nun mit einem Wirtschaftswachstum von 4,0 Prozent in der Türkei. Damit hat die Bank innerhalb weniger Monate eine Abwärtskorrektur um 0,5 Prozentpunkte für beide Jahre vorgenommen.

Als Hauptgründe für die vorsichtigere Einschätzung nennt der Bericht die steigenden Kosten für Energieimporte, den anhaltenden Inflationsdruck sowie mögliche Folgen des Nahostkonflikts. Dieser birgt Risiken für den Tourismussektor und industrielle Wertschöpfungsketten. Höhere Energiekosten, mögliche Kapitalabflüsse, geringere Tourismuseinnahmen und Störungen in den Lieferketten könnten demnach die Teuerung weiter anheizen und die Leistungsbilanz belasten.

Die Bank betonte jedoch, dass die türkische Volkswirtschaft dank gestärkter fiskalischer und externer Puffer in der Lage sei, externe Schocks komfortabel zu absorbieren.

Vor dem Hintergrund globaler Unsicherheiten rechnet die EBRD in all ihren Einsatzregionen mit einer konjunkturellen Abkühlung. Für 2026 wird ein Wachstum von 3,1 Prozent erwartet, nach 3,4 Prozent im Jahr 2025 – im Vergleich zur Februar-Prognose ein Minus von 0,5 Prozentpunkten. Für 2027 wird eine leichte Erholung auf 3,6 Prozent vorausgesagt, was einer Abwärtsrevision um 0,1 Prozentpunkte entspricht.