Türkische Werften auf Rekordkurs: Schiffsexporte legen im ersten Quartal um fast 80 Prozent zu

15.04.2026 – 6:35 Uhr

Die türkische Schiffbau- und Yachtindustrie verzeichnete zu Beginn des Jahres 2026 einen außergewöhnlichen Exportboom. Wie aus aktuellen Daten der Türkischen Exporteursversammlung (TİM) hervorgeht, stiegen die Auslandsumsätze der Branche im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 78,6 Prozent.

Demnach kletterten die Exporteinnahmen in den Monaten Januar bis März von 327,6 Millionen US-Dollar auf 585 Millionen US-Dollar. Als treibende Kraft erwies sich dabei insbesondere die Nachfrage aus Nordeuropa. Mit einem Volumen von 183,6 Millionen US-Dollar führte Norwegen die Liste der Abnehmerländer deutlich an. Auf den weiteren Plätzen folgten Malta mit 77,4 Millionen US-Dollar sowie Großbritannien und Frankreich mit jeweils 68 Millionen US-Dollar. Die Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate beliefen sich auf 34,1 Millionen US-Dollar. Auch die Marshallinseln, Panama, Tunesien, Griechenland und Singapur zählten zu den bedeutenden Märkten.

Cem Seven, der Vorsitzende des Verbands der Exporteure von Schiffen, Yachten und Dienstleistungen (GYHİB), erläuterte, dass der starke prozentuale Anstieg nicht allein auf eine höhere Nachfrage zurückzuführen sei. Vielmehr habe es Verschiebungen in den Lieferplänen gegeben. So seien mehrere Schiffe und Yachten, die ursprünglich für Dezember 2025 zur Auslieferung vorgesehen waren, aufgrund üblicher brancheninterner Abläufe erst im Januar und Februar 2026 übergeben worden. Dieser Effekt habe die Quartalsbilanz rechnerisch deutlich verstärkt.

Laut Seven beträgt das weltweite Exportvolumen für Schiffe und Yachten im globalen Maßstab 120 bis 140 Milliarden US-Dollar. Im Jahr 2025 dominierte China mit einem Volumen von 63 Milliarden US-Dollar den Markt, gefolgt von Südkorea mit rund 30 Milliarden US-Dollar und Japan auf dem dritten Rang. Die Türkei positionierte sich laut Seven mit einem Exportvolumen von 1,9 bis 2,2 Milliarden US-Dollar auf Platz zwölf. Die endgültigen Zahlen für das Gesamtjahr sollen im Sommer bestätigt werden.

Der Branchenvertreter betonte zudem die wachsende Beliebtheit türkischer Werften bei skandinavischen und nordeuropäischen Auftraggebern. Die nach internationalen Standards gefertigten Schiffe zeichnen sich demnach durch hohe Qualität, Nachhaltigkeit und eine überlegene Leistungsfähigkeit im Vergleich zu manchen ausländischen Wettbewerbern aus. Diese Reputation ist ein entscheidender Faktor für die zunehmende Präsenz der Türkei im globalen Schiffbau.