Die Stimmung in den Führungsetagen der türkischen Wirtschaft hat sich im Februar überraschend verbessert. Wie aus einer Umfrage der Zentralbank hervorgeht, stieg der saisonbereinigte Realkonfidenzindex im Vergleich zum Vormonat um 1,1 Punkte auf 104,1 Punkte. Auch im unbereinigten Originalwert verzeichnete der Indikator einen deutlichen Anstieg um 2,5 Punkte auf ebenfalls 104,1 Punkte.
Damit setzt sich die positive Entwicklung der Vorperiode fort und signalisiert eine zunehmende Zuversicht der Manager in der Industrie. Werte über 100 Punkten gelten als Ausdruck einer optimistischen Grundhaltung.
Laut Zentralbank speiste sich der Stimmungsaufschwung aus mehreren Quellen. Besonders positiv wirkten sich die Bewertungen der aktuellen und zukünftigen Auftragslage aus. Maßgeblich zum Anstieg trugen sowohl die Beurteilung des gesamten Auftragsbestands der letzten drei Monate als auch die Erwartungen an das Produktionsvolumen für die kommenden drei Monate bei. Zudem verbesserten sich die Einschätzungen zu den aktuellen Aufträgen sowie zu den Exportbestellungen für das nächste Quartal. Auch die Investitionsbereitschaft der Unternehmen und die Bewertung der Fertigwarenlager entwickelten sich positiv.
Einen dämpfenden Effekt auf das Gesamtergebnis hatten hingegen die Erwartungen der Unternehmen an die zukünftige Beschäftigungsentwicklung sowie deren allgemeine Beurteilung der aktuellen Geschäftslage.
Positive Unternehmensgründungen, Insolvenzen rückläufig
Die Entwicklung der Unternehmenslandschaft zeigt derweil ein gemischtes Bild. Wie die türkische Union der Handels- und Industriekammern (TOBB) am Donnerstag mitteilte, wurden im Januar dieses Jahres 11.115 neue Firmen gegründet. Dies entspricht einem Rückgang von 4,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat. Im Vergleich zum starken Dezember mit 12.793 Neugründungen betrug das Minus sogar 13,1 Prozent.
Auf der anderen Seite setzte sich der Trend sinkender Firmenschließungen fort. Im Januar wurden 2.458 Unternehmen liquidiert, was einem Rückgang von 12,6 Prozent im Vergleich zum Januar 2025 entspricht. Gegenüber dem Dezember, als noch 5.563 Firmen geschlossen wurden, halbierte sich die Zahl fast (minus 55,8 Prozent).
Besonders auffällig ist die hohe Zahl an Unternehmen mit internationaler Beteiligung. Von den im Januar neu gegründeten Firmen hatten 818 einen ausländischen Partner. An der Spitze standen dabei Investoren aus Syrien, die an 400 Neugründungen beteiligt waren. Es folgen türkische Partner mit 122 Neugründungen und Kapitalgeber aus Deutschland mit 41 Neugründungen.