Türkische Süßwarenhersteller prüfen Einstieg in den US-Markt

27.07.2026 – 9:00 Uhr

Die türkische Süßwarenbranche plant eine groß angelegte Exportoffensive auf dem US-amerikanischen Markt. Ein neuer Bericht der Plattform „Sweet Türkiye“, der vom Handelsministerium und der Türkischen Exporteursversammlung (TİM) unterstützt wird, identifiziert die Vereinigten Staaten als lukratives Ziel. Der Markt für Süß- und Zuckerwaren wird dort auf ein Volumen von rund 50 Milliarden US-Dollar taxiert.

Laut dem Bericht verfügt die Türkei über einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil: ihre authentische Vielfalt an traditionellen Süßspeisen und die damit verbundene reiche kulturelle Erzähltradition. Produktkategorien, die spezifisch türkisch geprägt sind – darunter Lokum (auch bekannt als Turkish Delight), Halva, mit Trockenfrüchten ummantelte Erzeugnisse und Baklava-ähnliche Süßgebäcke – stünden demnach in den USA ohne direkte Konkurrenz da.

Die Analyse zeichnet ein klares Bild des amerikanischen Mainstream-Konsumenten. Dieser bevorzugt praktische Snacks, die schnelle Energie liefern – sei es während der Arbeitspause, beim Autofahren, vor dem Fernseher, als Bestandteil der Schulmahlzeit von Kindern oder bei sportlichen Aktivitäten. Um die Sichtbarkeit in diesem Segment zu erhöhen, empfehlen die Verfasser des Berichts eine präzise Kalibrierung. Türkische Produzenten müssten die richtige Balance zwischen Preis und Qualität finden und ihre Geschmacksprofile konsequent an die Vorlieben der US-Konsumenten anpassen.

Die Offensive basiert auf einer soliden Exportbasis. Laut dem türkischen Handelsministerium erreichten die Ausfuhren von Zucker- und Schokoladenwaren im Jahr 2025 einen Wert von 4,5 Milliarden US-Dollar. Dies entspricht einem Anteil von rund 1,6 Prozent an den gesamten türkischen Exporten von 273,3 Milliarden Dollar. Mit einem Exportvolumen von 1,175 Millionen Tonnen hat der Sektor seine starke Position auf den internationalen Märkten damit behauptet.

Als zentrale Faktoren für diese Entwicklung nennt der Bericht die fortschreitende Modernisierung der Produktionsanlagen, den Einsatz fortschrittlicher Technologien und die verstärkte Entwicklung von Produkten mit höherer Wertschöpfung in den vergangenen Jahren.