Türkische Stauseen verzeichnen deutlich gestiegene Wasserstände und Stromproduktion

29.07.2026 – 16:00 Uhr

Die türkischen Talsperren verzeichnen derzeit die höchsten Wasserstände der vergangenen Jahre. Laut aktuellen Daten hat sich die den Stauanlagen landesweit zugeführte Wassermenge im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Dies führte zu einem Rekord bei der Stromerzeugung aus Wasserkraft.

Laut dem aktuellen Wasserbericht des staatlichen Netzbetreibers TEİAŞ erreichte der Füllstand der Stauseen zum 19. Juli einen Wert von 71,3 Prozent. Zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres waren es lediglich 51,7 Prozent und im Jahr 2024 betrug die Quote 61,4 Prozent.

Die absolute Menge des nutzbaren Wassers in allen türkischen Stauseen summierte sich im Juli auf 72,53 Milliarden Kubikmeter. Dies entspricht einem Anstieg von 139,9 Prozent gegenüber den mageren 30,24 Milliarden Kubikmetern des Vergleichszeitraums im Jahr 2023 und übertrifft damit nicht nur das krisenhafte Vorjahr, sondern liegt auch fast 30 Prozent über dem langjährigen Mittelwert von 55,93 Milliarden Kubikmetern.

Der Wasserreichtum spiegelt sich deutlich in der Energiebilanz wider. In der ersten Jahreshälfte schnellte die Erzeugung aus Wasserkraftwerken im Vergleich zum Vorjahr um 68 Prozent in die Höhe. Während die Anlagen im ersten Halbjahr 2023 noch 33,9 Milliarden Kilowattstunden produzierten, waren es in den ersten sechs Monaten dieses Jahres bereits 57 Milliarden Kilowattstunden. Der Anteil der Wasserkraft an der gesamten türkischen Stromproduktion überstieg damit die Marke von 32 Prozent.

Die Frühlingsmonate waren besonders ergiebig. Der Mai erwies sich mit einem Zufluss von 19,3 Milliarden Kubikmetern als der wasserreichste Monat. Auch im Februar, April und Juni lag der Wasserzulauf um das Zwei- bis Dreifache über den Vorjahreswerten. Zu den profitierenden Anlagen zählen kritische Großkraftwerke wie Keban, Deriner, Altınkaya und Atatürk sowie zahlreiche weitere Staudämme in den wichtigen Flusseinzugsgebieten.

Die Wassereinläufe erreichten kumuliert 195,1 Prozent der für diesen Zeitraum geplanten Programmerwartungen.