Türkische Schmuckbranche strebt trotz Exportrückgang 20 Milliarden Dollar an

26.07.2026 – 6:30 Uhr

Die türkische Schmuckindustrie möchte ihren Export in den kommenden Jahren auf 20 Milliarden Dollar steigern. Doch der Weg zu diesem ambitionierten Ziel ist steinig: Derzeit kämpft die Branche mit einem dramatischen Einbruch der Auslandsgeschäfte, der vor allem auf staatliche Importbeschränkungen für Gold zurückzuführen ist.

Wie der Verband der Schmuckexporteure (MİB) mitteilt, sanken die gesamten Branchenausfuhren zuletzt um 33 Prozent. Besonders hart traf es den Bereich der verarbeiteten Goldjuwelen, der um 62 Prozent einbrach. Während im Gesamtjahr 2025 noch Exporte von 7,9 Milliarden Dollar erzielt wurden, waren es im ersten Halbjahr 2026 lediglich 2,9 Milliarden Dollar.

Verbandschef Mustafa Özcan sieht den Grund für die Talfahrt klar in den Quoten für Goldeinfuhren. Diese führten nicht nur zu steigenden Kosten, sondern auch zu einem spürbaren Vertrauensverlust bei internationalen Käufern. Dabei gehört die Türkei nach Indien und Italien zu den drei größten Schmuckproduzenten der Welt.

Özcan dringt auf eine rasche Lösung: „Unser vorrangiges Ziel für die nächsten vier Jahre ist es, den Exportrückgang von 37,6 Prozent schnell umzukehren und unseren Platz als drittgrößter Produzent und Exporteur dauerhaft zu festigen.“ Ohne die strukturellen Hürden – insbesondere die Importquote – sei das Ziel von 20 Milliarden Dollar realistisch. Andernfalls drohe der globale Rang dauerhaft zu wackeln.