Die türkische Schiffbauindustrie steuert auf ein Rekordjahr zu. Nach einem starken ersten Halbjahr peilt die Branche für das Jahr 2026 einen Exportrekord von bis zu drei Milliarden US-Dollar an. Dies gab der Verband der Schiffs-, Yacht- und Dienstleistungsexporteure (GYHİB) bekannt.
„Unser Ziel ist es, das Jahr mit einem Exportvolumen zwischen 2,5 und 3 Milliarden Dollar abzuschließen”, sagte Mustafa Talha Pepe, der Verwaltungsratsvorsitzende des Verbands, am Sonntag. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres setzte die Branche bereits Waren und Dienstleistungen im Wert von 1,5 Milliarden US-Dollar um.
Als zentralen Wachstumstreiber identifizierte Pepe die Nachfrage aus Nordeuropa. Vor allem die Lieferung von Fischereischiffen, Spezialschiffen und Schleppern habe den Export maßgeblich gestützt. Die aktuelle Bilanz sei größtenteils auf Verträge zurückzuführen, die bereits vor zwei bis drei Jahren unterzeichnet wurden. Um auch künftig die Auftragsbücher zu füllen, setzt die Branche auf internationale Präsenz. „Wir nehmen kontinuierlich an Messen in vielen europäischen Ländern teil. Im vergangenen Monat waren wir in Griechenland, im September und Oktober werden wir voraussichtlich Messen in Deutschland und Frankreich besuchen“, erklärte Pepe.
Neben klassischen Aufträgen profitiere die türkische Schiffbauindustrie zunehmend vom globalen grünen Wandel. Der Verbandschef betonte, dass sich der Sektor rasch an die Transformation hin zur nachhaltigen Schifffahrt angepasst habe. Mehr als die Hälfte der aktuell auf türkischen Werften gebauten Schiffe ist mit umweltfreundlichen Elektro- oder LNG-gestützten Technologien ausgestattet. Besonders für den nordeuropäischen Markt nehme die Produktion dieser „grünen Schiffe“ spürbar zu. Damit untermauert die Branche ihren Anspruch, ihre Wettbewerbsfähigkeit auf dem internationalen Parkett durch Hochtechnologie weiter auszubauen.