In den kommenden drei Jahren will das türkische Landwirtschafts- und Forstministerium rund 65,5 Milliarden Türkische Lira (ca. 1,28 Milliarden Euro) in die Entwicklung ländlicher Regionen investieren. Dies geht aus dem Leistungsprogramm 2026 des Ministeriums hervor.
Mit dem Investitionspaket verfolgt die Regierung das Ziel, die wirtschaftlichen und sozialen Strukturen außerhalb der Städte zu stärken. Im Mittelpunkt stehen eine höhere Lebensqualität, mehr wirtschaftliche Vielfalt und der Ausbau lokaler Entwicklungskapazitäten.
Laut dem Ministerium soll das Programm eine nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums fördern. Vorgesehen sind unter anderem Maßnahmen zur Stärkung von Erzeugergenossenschaften und Familienbetrieben. Zudem soll die Beschäftigungsfähigkeit der Bevölkerung verbessert und der Abwanderung aus ländlichen Gebieten entgegengewirkt werden.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Ausbau der Infrastruktur. Geplant sind Investitionen in Vermarktungsstrukturen für landwirtschaftliche Produkte sowie in Projekte, die eine stärkere Verzahnung von Landwirtschaft und Industrie bewirken sollen. Damit soll die wirtschaftliche Basis auf dem Land verbreitert und zusätzliche Einkommensquellen sollen erschlossen werden.
Auch der Einsatz neuer Technologien in landwirtschaftlichen Betrieben soll ausgeweitet werden. Projekte mit innovativen Ansätzen sollen gezielt gefördert werden.
Ein besonderes Augenmerk gilt der Förderung von Frauen im ländlichen Raum. Durch einkommensschaffende Maßnahmen, berufliche Qualifizierungsangebote und Programme zur sozioökonomischen Stärkung soll die Rolle von Unternehmerinnen ausgebaut werden. Im vergangenen Jahr profitierten Bäuerinnen von 305 Projekten, für dieses Jahr wird ein Anstieg auf 340 erwartet. Bis 2028 soll diese Zahl auf 410 steigen.
Zur besseren Vernetzung landwirtschaftlicher und industrieller Strukturen plant das Ministerium außerdem, die Zahl organisierter Landwirtschaftszonen durch gezielte Cluster-Förderung auszubauen.