Nach Angaben von Industrieminister Mehmet Fatih Kacır will die Türkei Anfang 2027 erstmals ein selbst entwickeltes Fahrzeug auf dem Mond landen. Damit beschleunigt das Land den Ausbau seiner souveränen Raumfahrtfähigkeiten erheblich. Dies erklärte Kacır im Rahmen der Vorstellung von Projekten des Nationalen Raumfahrtprogramms.
Demnach haben türkische Ingenieure und Wissenschaftler ein Mondfahrzeug mit einem im Inland produzierten Hybridantriebssystem entwickelt. Alle Tests seien erfolgreich abgeschlossen und der Startplan finalisiert, so der Minister. Die Mission soll eine technologische Fähigkeit demonstrieren, die bislang nur wenigen Ländern gelungen ist. Kacır betonte, der unabhängige Zugang zum Weltraum sei für die Türkei von strategischer Priorität.
Fortschritte bei Raketen- und Antriebstechnologien werden durch Unternehmen und Einrichtungen wie Roketsan, TÜBİTAK SAGE und Delta V vorangetrieben. Das langfristige Ziel ist die Entwicklung von Raketen, die türkische Satelliten und Raumfahrzeuge in eine Erdumlaufbahn bringen können.
Zudem bereitet die Türkei laut dem Minister den Bau eines Weltraumbahnhofs in Somalia vor. Die geplante Anlage soll es dem Land ermöglichen, eigene Raketen, Satelliten und Raumfahrzeuge von einem eigenen Standort aus zu starten, wenn auch dieser außerhalb des Staatsgebiets liegt.
Kacır kündigte zudem die Errichtung eines Raumfahrt-Technoparks auf dem Campus der Technischen Universität des Nahen Ostens (ODTÜ) an. In diesem sollen Unternehmen und Institutionen aus dem Bereich der Weltraumtechnologien zusammengeführt und Forschungs- sowie Entwicklungsaktivitäten gebündelt werden.
Darüber hinaus strebt die Türkei eine Rolle im entstehenden Netzwerk internationaler Raumstationen an. Das Land wolle Technologiekomponenten für künftige Stationen entwickeln und fertigen, so Kacır.
Vom 5. bis 9. Oktober richtet Antalya zudem den 77. Internationalen Astronautischen Kongress aus – die erste Ausrichtung dieser Veranstaltung durch die Türkei. Es werden mehr als 10.000 Teilnehmer aus über 100 Ländern erwartet. Damit handelt es sich um eine der größten wissenschaftlichen Zusammenkünfte in der Geschichte des Landes.